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Abenteuerausflug in die ATM Caves Belize

Viele Reisende halten sich nicht sehr lange in Belize auf – viele sehen Belize als Durchreiseland zwischen Honduras und Mexiko oder von Guatemala und Mexiko. Dabei hat Belize aber mehr zu bieten. Eines davon sind die ATM Caves; ATM ist die Abkürzung für Actun Tunichil Muknal. Diese Höhlen wurden schon von den alten Maya zwischen 300 und 600 v. Chr. genutzt und sind die beindruckensten Höhlen in Belize und dem Mayaland. National Geographic hat die ATM Caves sogar auf den ersten Platz der 10 heiligsten Höhlen der Welt gesetzt. Die ATM Caves lagen auf meinem Weg von Caye Caulker nach Guatemala und sollten so besonders sein – also keine Frage für mich: da muss ich hin!

Die erste Ernüchterung kam jedoch als ich die hohen Preise für eine Tagestour gesehen hatte – bei den meisten Anbietern lagen die Preise für eine Kleingruppe (max. 8 Personen) inkl. Hin- und Rückfahrt im Kleinbus, englischsprachigen Guide und einfachem Mittagessen nach der Tour bei 110 USD (in der Nebensaison wohl 95 USD). Ich hatte mich für den Anbieter Mayawalk Tours entschieden – der Preis war mit 95 USD noch einer der günstigsten und die Kommunikation über E-Mail ging schnell und war freundlich. Jedoch wurde mir auf Caye Caulker von ein paar Reisenden von Mayawalk aufgrund einiger Probleme in der Vergangenheit abgeraten. Hmmm, was tun? Also Kontakt zu anderen Anbietern hergestellt. Letztendlich habe ich dann aber doch über Mayawalk gebucht, da zwei andere Reisende in meiner Lodge auch dort gebucht und bereits bezahlt hatten. Ich kann an der Stelle auch schon verraten, dass ich durchaus zufrieden war und die ATM Caves in Belize für mich ein gelungenes Abenteuer war. Ich habe keinen Vergleich zu anderen Anbietern, aber an Mayawalk Tours habe nichts auszusetzen und der Guide war spitze !

Das zweite und größere Problem: die ATM Caves waren gesperrt und so richtig konnte keiner sagen wann die Touren wieder stattfinden können. Grund waren die massiven Wasserfälle der Vortage. Ein Anruf am Morgen wo wir starten wollten brachte aber Klarheit – die ATM Caves wurden soeben von den Rangern wieder freigegeben. Huhuuuuu … 😀

Die Anfahrt ging recht schnell – zunächst ging es von San Ignacio knapp 30min auf dem Western Highway (einer der drei „Autobahnen“ in Belize) entlang. Danach – ein Schild konnte ich nicht erkennen – ging es noch vor Belmopan (der Hauptstadt von Belize) rechts ab auf die ungeteerte Nebenstraße. Hier begann das Abenteuer schon: Dschungel, Plantagen, durchschütteln im Kleinbus und aufgrund der Regenfälle der Vortage einige Hindernisse auf der Strecke. Aber letztendlich hat alles problemlos geklappt und nach knapp weiteren 20min waren wir am Parkplatz. Erwartet hatte ich Menschenmassen – gesehen habe ich neben unserem Kleinbus einen weiteren. Cool – scheinbar (bisher) keine Massentouristenattraktion 😉

Auf dem Parkplatz hieß es nun alles zurück lassen, was man nicht braucht und dann ging es auch schon los: WANDERN. Nach wenigen Minuten war klar, dass man keinesfalls trocken bleibt. Das erste Mal musste der Fluss überquert oder besser durchlaufen werden. Was normalerweise bis zum Schienbein ging, ging uns bis zum Hals … innerlich habe ich mich etwas gefreut – erhöhte das doch den Abenteuerfaktor 😉

Auf dem Weg vom Parkplatz zum Eingang der Höhlen braucht durchquert man 3mal den Fluss - bei uns war das Wasser aber nicht so niedrig wie auf dem Foto sondern ging stellenweise bis zum Hals
Auf dem Weg vom Parkplatz zum Eingang der Höhlen braucht durchquert man 3mal den Fluss – bei uns war das Wasser aber nicht so niedrig wie auf dem Foto sondern ging stellenweise bis zum Hals

Insgesamt haben wir 3mal den Fluss durchquert und nach knapp 30min Fußmarsch waren wir dann auch am Eingang der ATM Caves angekommen. Dort war ein kleiner Unterstand wo es nun auch hieß das Mückenspray und Wasserflaschen zurück zu lassen. Außer die Kleidung durfte nichts mitgenommen werden. Helm und Stirnlampe wurden gestellt und mussten nun aufgesetzt werden. Gleich zu Beginn am Eingang der Höhle hieß es SCHWIMMEN … jedoch war man nach 4 Zügen auch schon drin 😉

 

Am Höhleneingang sieht man so ziemlich auch zum letzten Mal das Tageslicht für die kommenden Stunden. Es gibt zwar noch zwei weitere „Eingänge“, aber viel Licht kommt dort nicht durch. Alles was man an Licht hat, sind die Stirnlampen – es gibt nämlich auch keine Beleuchtung in den Höhlen. Stirnlampen aus – und man sieht wirklich absolut gar nichts. Fand ich echt super – wieder ein Zeichen, dass hier definitiv keine Touristenmassen durchwandern.

Da ich leider keine Uhr dabei hatte, habe ich keine Ahnung wie lang unsere Wanderung im unteren Teil der Höhle wirklich gedauert hat. Es war aufgrund des vielen Wassers eigentlich durchgehend im Wasser – zwischen wadentief bis schwimmen war alles dabei. Der Guide hat zwischendurch immer angehalten und was zur Höhle, den Formationen und der vermutlichen Verwendung durch die Maya erklärt.

Nach x Minuten (wirklich keine Ahnung – schätze ein knappe Stunde) war KLETTERN angesagt. Geschätzte 5 Meter mussten nach oben überwunden werden. Dort hieß es dann Schuhe (ja, die sollten vorsichtshalber im Wasser getragen werden) ausziehen und in Socken weiter. Spätestens hier wurde einem klar, dass der Massentourismus hier noch nicht war. STAUNEN, denn man läuft eigentlich direkt neben, zwischen und durch alte Artefakte der Maya. Was in jedem Museum nur hinter Glastüren bewundert werden kann, liegt hier quasi direkt neben ein. Geschützt werden die Artefakte durch die Worte des Guide und die hoffentliche Vorsicht der Besucher. Habe mich aber ehrlich gesagt auch gefragt, wer hier nicht schon alles was mitgehen lassen hat.

Etwa 400 Keramikgefäße aus der Zeit der Maya wurden in der Höhle gefunden. Viele davon sehr gut erhalten.
Etwa 400 Keramikgefäße aus der Zeit der Maya wurden in der Höhle gefunden. Viele davon sehr gut erhalten.

Aber in den ATM Caves findet man nicht nur diverse Keramikgefäße, sondern auch teilweise sehr gut erhaltene und durch eine natürlich Gesteinsschicht geschützte Skelette. Am bekanntesten ist das Skeletts einer Jugendlichen das auch unter dem Namen „The Crystal Maiden“ bekannt ist. Jedoch wurde auch hier sichtbar, dass die Regenfälle der Vortage gewaltig gewesen sein müssen. Vieles stand im Wasser und auch „The Crystal Maiden“ schlummerte friedlich vom Wasser bedeckt – sicher nicht das erste Mal seit dem sie hier liegt, aber zumindest unser Guide hatte das noch nie gesehen.

Neben sehr vielen Artefakten wurden auch ein paar (teilweise sehr gut erhaltene) Skelette gefunden.
Neben sehr vielen Artefakten wurden auch ein paar (teilweise sehr gut erhaltene) Skelette gefunden.

Nachdem wir auch den oberen Teil der Höhle besucht hatten, ging es wieder auf dem gleichen Weg zurück. Zumindest sagte der Guide es wäre der gleiche Weg und einiges kam uns bekannt vor – andere Stellen hingegen jedoch keinesfalls 😉

Raus aus der Höhle ging es zum kleinen Unterstand gab es Mittagessen – wie die Zeit verging … es war schon nach 14 Uhr und von Hunger hatte keiner was gespürt. Ein gutes Zeichen, dass die Tour in den ATM Caves in Belize keinesfalls langweilig war würde ich sagen. Ich fand es jedenfalls super und kann es nur empfehlen. Frisch gestärkt ging es zurück zum Parkplatz (also wieder 3mal durch den Fluss). Am Parkplatz konnte wer wollte duschen oder einfach nur in trockene Klamotten schlüpfen. Das Abschlussbierchen von Mayawalk machte den sehr schönen Nachmittag dann perfekt. Erschöpft, aber glücklich ging es dann wieder zurück in Richtung San Ignacio …

 

Was musst Du mitnehmen, wenn Du in die ATM Caves willst?

Eigentlich nicht viel. Trage bequeme Kleidung und ggf. aus Materialien die schnell trocknen. T-Shirt und Shorts sind ausreichend. Auf jeden Fall sollst bzw. musst Du Schuhe tragen – und damit sind keine FlipFlops gemeint. Ich kann Turnschuhe empfehlen – wer hat kann natürlich auch feste Trekkingsandalen tragen. In diesem Fall aber ein extra Paar Socken mitnehmen.

Darüber hinaus solltest Du ein Outfit Wechselsachen einpacken. Eine Trinkflasche mit Wasser und Mückenspray sind kein Muss, aber würde ich Dir dringend empfehlen.

Leider sind keine Kameras erlaubt. Vor einiger Zeit hat ein Tourist seine Kamera fallen lassen und eines der Skelette zerstört. Seit dem sind Kameras (auch Smartphones) jeglicher Art verboten. Das erklärt auch meine Fotos hier im Artikel – ich habe leider keine eigenen. Aber auf Anfrage hat mir mein Tourenanbieter Fotos zur Verfügung gestellt. Danke dafür !

Kommentare

Melanie
Antworten

Thank you so much for sharing your experience at the ATM caves, and going out of your way to collect the photos from your guide! We decided to skip this on our journey, but were very curious about the caves, and now we can live vicariously through you and your experience 🙂

Tino
Antworten

Too bad that your are are not been there – but you’ve got my photos 😉 How I can follow in Facebook, you still enjoy your trip. Right so! Have a safe trip and a good time!

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