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Das Wetter schlägt auf’s Gemüt (Tag 13 + 14)

Da die letzten beiden Tage vom Wetter irgendwie etwas getrübt waren und auch nicht so wahnsinnig viel passiert ist, will ich sie auch hier kurz zusammen fassen … wie ich mich kenne, wird’s eh wieder länger …

Tag 13: Coverack – Helford (geplant)

Das von uns gewählte B&B in Coverack wurde vor allem auch wegen dem tollen Frühstück gelobt und dementsprechend hatten wir uns auch morgens darauf gefreut und wurden auch nicht enttäuscht – hatten zwar auch schon besser die letzten Tage gegessen, aber definitiv auch schon schlechter 😉 Das Wetter sollte uns scheinbar auch nicht ganz enttäuschen: es waren zwar Wolken am Himmel, aber es regnete während des Frühstücks nicht. Unser Etappenziel sollte Helford sein. Wir hatten bei der Recherche vor unserer Abreise und nun auch noch mal vor Ort erfahren, dass es hier aber nicht wirklich viele B&B oder Hotels geben sollte. Wir haben diesmal also vorm Start noch mal die Telefonnummern und mögliche Übernachtungsmöglichkeiten in und um Helford herausgesucht – es waren nicht wirklich viele. Wie immer wollten wir aber zunächst laufen und uns am späten Nachmittag und am Besten direkt vor Ort für eine Übernachtung entscheiden … vorher anrufen und buchen finden wir uncool 😉

Gerade hatten wir alles fertig gepackt und wollten los – da fing es natürlich an zu regnen. Kein Drama, da wir noch im Trockenen standen … Aber war das ein gutes Zeichen? Wie sich herausstellen sollte leider nein. Nach wenigen Metern waren wir in den einzigen kleinen Läden im Ort: ein Post-Office mit jeder Menge anderem Zeug – ein kleiner Tante-Emma-Laden also und ein Geschenke Shop. Wir holten Wasser und etwas zu Essen, Marcel Tabletten gegen die noch immer anhaltende Erkältung und einen tollen rosafarbenen Regenponcho. Warum dieser Regenponcho war Vanessa und mir nicht erklärbar. Erstens hatte er am Tag vorher bereits einen gekauft und dann war uns neu, dass Marcel nun auf rosa steht … aber bei einer Erkältung verhält man sich nun etwas merkwürdig.

Alles einkaufen, Shops verlassen und endlich los – so war der Plan, der vom nächsten Regenschauer durchkreuzt wurde. Unser Timing war eigentlich perfekt, denn schließlich sind wir wieder nicht nass geworden. Allerdings war es bis wir starteten nun schon nach 10 Uhr und wir hatten noch die – je nach Etappenziel – 15 bis 25km vor uns. Das es anstrengend wird, haben wir schon nach den ersten Metern gemerkt. Überall Matsch und Schlamm und vor allem rutschige Steine. Ich glaube wir sind keine 20min gelaufen und dann war das Gefluche schon groß … ich freute mich schon auf die weiteren Kilometer. Das konnte ein lustiger Tag werden. Zu unserem großen Glück war jedoch nicht der komplette Weg wie die ersten paar Kilometer. Dennoch sind wir verhältnismäßig langsam voran gekommen.

Der Küstenpfad hier an der Südküste ist bei weitem nicht so anstrengend, wie im Norden oder Westen – allerdings auch nicht ganz so schön. Zum schlechten Wetter – erst Regen, dann wieder Sonne und dadurch tropisch, dann wieder Wind usw. – kam also auch noch ein nicht so abwechslungsreicher Weg.

Dies und unser schlechter Zeitplan an diesem Tag brachte uns dazu in Gillan die Fähre zu nehmen anstatt außen drumrum zu laufen. Ich fand es selbst aber auch eine schöne Abwechslung – man musste eine orangefarbene Tafel aufklappen und dann warten, dass ein kleines Boot von der anderen Seite kommt und einen holt. Was soll ich sagen: es hat erstaunlich gut funktioniert. Ähnlich war das Prinzip in Helford – hier war allerdings der Unterschied, dass wir bestimmt 15min im Regen warten mussten, bis wir abgeholt wurden.

Natürlich war weder in Gillan, noch in Helford eine Unterkunft verfügbar. Wir mussten also weiter laufen. Als wir in Helford von der Fähre (ein kleines Boot) runter sind, hatten wir irgendwie instinktiv die Straße genommen und irgendwie den Abzweig zum Küstenpfad verpasst. Ich habe es selbst nicht gesehen und ich weiß nicht, wie es Vanessa und Marcel ging – in jedem Fall hatten sie nichts gesagt. Auf der Straße waren es zum nächsten Ort Mawnan Smith etwas weniger als 2 Meilen – auf dem Küstenpfad hingegen wäre es mehr als das Doppelte gewesen. Gegen 18 Uhr sind wir in Mawnan Smith angekommen und haben so ziemlich das erste B&B genommen, was auf dem Weg lag. Mit 37 Pfund war es nicht sehr günstig, aber es war ein recht altes mit typisch englischen Stil eingerichtetes Haus und die Motivation weiter zu laufen und zu suchen (es regnete immer wieder) war nicht sonderlich groß.

Abends waren wir im örtlichen Pub. Dieser hat uns bisher von der Einrichtung am Besten gefallen. Er war ziemlich verwinkelt und es gab an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken. Es war ein wirklich schöner Abend und ein guter Ausklang eines anstrengenden Tages.

Tag 14: Mawnan Smith – Falmouth

Dieser Tag begann schon merkwürdig. Die Dame bei der wir übernachteten hatte gesagt, dass Ihr 8 Uhr für Frühstück zu früh sei und wir hatten 9 Uhr ausgemacht. Nun kam sie aber schon 8:30 Uhr und sagte es wäre fertig – ich brauche sicher nicht zu erwähnen, dass wenn ich auf 8:15 Uhr meinen Wecker stelle nicht wirklich 8.30 Uhr mit allem fertig bin. Nun gut, dann musste es eben etwas schneller gehen. Das Essen war ok, aber mal wieder haben wir gemerkt, dass das English Breakfast nicht wirklich etwas für jeden Tag für uns ist.

Heute hatten wir nur wenige Kilometer in unser Etappenziel Falmouth zu laufen. Deswegen drängte uns irgendwie auch nichts so richtig. Letztendlich sind wir erst gegen 10 Uhr los gekommen. Marcel ging es leider noch immer nicht so gut und wo auch immer die Motivation bei Vanessa hin ist, sie hat sie heute auf jeden Fall auch nicht eingepackt. Wir hatten also anstatt den offiziellen Küstenpfad mal wieder die Straße gewählt … zumindest bis Maenporth – dort sind wir dann wieder auf den Küstenpfad. Graues Wetter und wenig abwechslungsreicher Pfad ließen aber auch heute wieder die Begeisterung für’s Wandern nicht hoch kochen.

Unser Ziel Falmouth hatten wir auch schon gegen 11:30 Uhr erreicht. Zielstrebig haben wir dann ein sehr schönes Bistro angesteuert und uns dort – da wir sooo viel heute gemacht hatten 😉 – ein leckeres Mittagessen gegönnt. Direkt daneben war ein Waschsalon – hier wollten wir unsere Wäsche waschen. Nach dem Mittag sind wir aber zunächst durch die Stadt gelaufen und haben festgestellt, dass wir heute etwas shoppen, das Schloss besichtigen und das Maritime Museum besuchen könnten. Der Plan war nun zuerst ein B&B zu suchen.

Am ersten angesteuerten war leider wieder zu lesen: no vacancies … das kannten wir nun ja schon. Die Besitzerin gab uns aber den Tipp in welcher Straße es noch mehrere geben sollte – also nix wie hin. Hier waren wirklich viele, aber auch hier das Gleiche: no vacancies. Toll, wo sind wir denn hier wieder gelandet. Dann aber doch – wir hatten Glück und ein recht gut bewertetes und eines auf Vanessa ihrer Liste war noch frei. Hier haben wir ein 3er Zimmer bezogen.

Anstatt nun aber unsere Pläne für die weitere Gestaltung gleich in die Tat umzusetzen, hatten Vanessa und ich beschlossen zunächst in den Waschsalon zu gehen und Marcel wollte etwas schlafen. Dies dauerte dann fast 2h … Wäsche waschen und dann Trockner dauert eben – das hätte man ja vorher nicht wissen können. Nun gut, gegen 17 Uhr haben wir uns in Richtung Stadt aufgemacht. Nun die nicht wirklich große Überraschung: das Museum hat 17 Uhr geschlossen und die Geschäfte? Richtig, auch 17 Uhr. Wirklich toll – ich brauchte doch noch eine neue Sonnenbrille 🙁 Nächster Plan: wir suchen ein Kaffee. Aber auch das klappte nicht – in der Gegend umher geirrt und alle Kaffees haben ebenfalls 17 Uhr oder 18 Uhr (so spät war es inzwischen) zu gemacht. Dann eben doch gleich was zum Abendessen suchen. Auch nicht wirklich einfach – hier sind wir auch mehrfach die Straße umher geirrt und haben nichts gefunden, was uns zugesagt hat.

Hafen in Falmouth
Hafen in Falmouth

Letztendlich fiel die Entscheidung auf einen Italiener. Hier hat Marcel anstatt wie gewünscht eine Pizza mit extra Tomaten eine Pizza und dann Tomatenscheiben auf einem Teller bekommen. Ist ähnlich, aber doch nicht gleich 😉 … es gibt eben Tage, die braucht man nicht wirklich – oder vielleicht doch?

Nun ja, meine zwei Energiebündel waren 20 Uhr !!! schon müde und so sind wir ins B&B gegangen (hatten ja ausgerechnet heute ein 3er Zimmer und nur einen Schlüssel). Da das absolut keine Zeit für mich ist um den Tag zu beenden und ich befürchtete, dass beim Kartenspielen sie 21 Uhr dann sagen sie wollen endgültig ins Bett, habe ich mich noch mal verabschiedet und habe das Örtchen bei Nacht erkundet. Bin nun in einem Pub gelandet „The Jacobs Ledder Inn“ … das aus 3 Gründen:

  1. kostenloser WiFi Zugang … immerhin wollte ich ja noch diesen Artikel schreiben 😉
  2. der Name erinnerte mich an meinen Neffen … habe ich schon länger nicht gesehen und vermisse den Prinzen wirklich und
  3. der steile Treppenaufstieg nach oben … kleines Training am Abend 😉

… und der Pub ist wirklich cool. Ich war recht früh hier und habe einen super Platz. Mittlerweile ist das Ding hier voll und es ist wirklich super LIVE-Musik. Was für ein Glück – manchmal nimmt so ein Tag doch noch eine gute Wendung. Da Falmouth eine Uni hat ist aber scheinbar nicht nur hier, sondern in der ganzen Stadt etwas los … mal gucken wie lang der Abend noch wird 😉 … da Vanessa und Marcel mit dem Gedanken spielen morgen auch noch mal den Tag hier zu verbringen anstatt weiter zu wandern (ich gebe zu ich habe da auch nichts dagegen) ist viel Schlaf nicht unbedingt notwendig …

 

Fotos der letzten zwei Tage

 

 

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