Navigieren / suchen

Einfach abschalten und das tropische Japan erleben | Insel Aka (Okinawa)

We hate you, we hate you!“ bekam ich von zwei italienischen Paaren zu hören, als sie erfahren haben, dass ich schon seit einem guten halben Jahr in Asien unterwegs bin und demnächst auch noch Südamerika erkunden möchte. Und wieder wurde mir deutlich, wie gut es mir eigentlich zur Zeit geht und wie gut es mir vor allem tut ganz nach dem Motto:

„Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist“

(Jean Paul; 1763 – 1825)

derzeit zu leben. Dennoch brauchte ich nach mehreren Wochen mehr oder weniger ausschließlich Städtetouren (Kathmandu -> Singapur -> Hong Kong -> Macau -> Shanghai -> Tokio -> Kyoto -> Osaka und Kobe ; Ausnahmen waren kurze Ausflüge nach Lamma Island und Mt. Fuji) wieder eine Abwechslung. Diese habe ich mir auf einer der tropischen Kerama Inseln Japans gegönnt.

Der Hizushi Beach - nur wenige Minuten zu Fuß vom Hafen bzw. Dorf entfernt ... klein, aber ein Platz wo man einen Tag lang die Seele baumeln lassen kann.
Etwas in diese Richtung brauchte ich – Traumstrände und atemberaubende Natur bei gutem Wetter und viel Ruhe genießen

Ganz genau genommen hat es mich nach Aka verschlagen. Das ist neben Zamami und Tokashiki eine der drei größeren von mehr als 20 Inseln der Kerama Inselgruppe. Aka ist ebenso wie Zamami sehr einfach von Naha (auf der Okinawa Insel) per Schiff zu erreichen. So die Theorie – die Praxis sah ja leider so aus, dass aufgrund eines Taifuns der Schiffsverkehr eingestellt wurde und ich somit gezwungenermaßen in Naha verweilte. Vergangenen Freitag war es dann so weit – auf ging es Richtung Erholung pur …

 

Ankunft auf einer tropischen Insel

Voller Vorfreude und Erwartungen startete ich von Naha nach Aka ... und das Bild entstand bevor mir schlecht wurde *gg*
Voller Vorfreude und Erwartungen startete ich von Naha nach Aka … und das Bild entstand bevor mir schlecht wurde *gg*

Durch das Lange Warten war meine Vorfreude und auch die Erwartungen umso größer. Dann war noch mein altes Problem mit Schiffsfahrten – hatte ich doch schon wieder ganz verdrängt, dass mir meistens schlecht wird. Und das wurde es leider auch auf der Hinfahrt und ich weil sehr froh, dass diese nur 70 Minuten dauerte. Dabei musste ich auch gleichzeitig über mich selbst lachen, denn hatte ich nicht tatsächlich in Betracht gezogen auf eine 25stündige Schiffsfahrt auf die Ogasawara Inseln zu gehen … ich wäre mit Sicherheit gestorben!

Mit dem Speedboot in nur knapp 1 Stunde von Naha nach Aka (Okinawa; Japan)
Mit dem Speedboot in nur knapp 1 Stunde von Naha nach Aka (Okinawa; Japan)

Aber schon auf der Hinfahrt vom Schiff aus konnte man das klare und in verschiedenen blau-grün-türkis Tönen in der Sonne schimmernde Wasser und die Inseln mit deren weißen Sandstränden bestaunen und schwärmen. Jaaaa, genau das wollte ich für ein paar Tage haben! Nun muss man wissen, dass ich alles andere als ein Strandgänger bin, mich sehr schnell langweile und damit mich im Wasser und am Strand nur kurz aufhalten kann und aufgrund leichter Panik auch Tauchen und Schnorcheln für mich leider ausfällt. Nun fragt der ein oder andere sich sicher warum man dann auf so eine Insel fährt. Gute Frage, aber auch leichte Antwort: weil mir ganz einfach danach war 😉

Kawai Diving Guesthouse
153 Aka ,Zamami Village,
Okinawa, 901-3311
Telefon: +81 (98) 987-2219
E-Mail: kawai@oki-zamami.jp

Das Schiff hielt zunächst in Zamami, wo der Großteil der Passagiere auch ausgestiegen ist – damit war mir schon mal klar, dass es auf Aka wohl etwas ruhiger zugeht, als auf Zamami. Nur knapp 10min später hatten wir dann Aka erreicht und ich wurde hier auch schon freundlich von der Besitzerin des Gästehauses für das ich mich entschieden hatte empfangen. Ich hatte zwar nur einen kleinen Teil meiner Ausrüstung mitgenommen und den Großteil im Hostel in Naha zurückgelassen, aber dennoch nahm ich gerne den Shuttleservice in Anspruch.

Ausblick aus meinem Zimmer im Kawai Gästehaus auf der Insel Aka
Ausblick aus meinem Zimmer im Kawai Gästehaus auf der Insel Aka

Da das Dorf nicht sehr groß ist, hatten wir nach 3min Autofahrt auch schon das Ziel erreicht und ich war schwer erstaunt: sehr gemütlich, sauber und direkt am Meer. Sowohl von der großzügigen und einladenden Terrasse (war wohl früher mal ein Strandrestaurant), als auch direkt aus meinem Zimmer (ein einfaches Zimmer nach japanischer Art, d.h. Matratzen auf dem Fußboden) hatte ich einen fantastischen Blick auf den Strandabschnitt vorm Haus und das türkisfarbene Meer.

Kawai Diving Gästehaus auf der Insel Aka (Kerama Inselgruppe; Okinawa)
Kawai Diving Gästehaus auf der Insel Aka (Kerama Inselgruppe; Okinawa)

Inzwischen war es schon 17:30 Uhr und 19 Uhr sollte es schon Abendessen geben – also nicht so verdammt viel Zeit für Unternehmungen … aber dennoch wollte ich einen kleinen Teil bereits heute erkunden. Ich habe mich also auf zum nahegelegenen Aussichtspunkt, dem „Amagasuku Observatory“ gemacht. Dort angekommen dachte ich mir erneut – was ein Traum und war innerlich mehr als zufrieden. Meine Zufriedenheit steigerte sich dann erneut mit dem Abendessen. Dieses war im Übernachtungspreis mit enthalten und normalerweise bin ich bei so was verdammt vorsichtig und mag es eigentlich gar nicht. In diesem Fall muss ich sagen, dass ich sehr froh darüber war. Die Besitzerin ist eine vorzügliche Köchin und an den drei Abenden die ich hier im Gästehaus gespeist habe, gab es jeden Abend ein komplett unterschiedliches Menü mit jeweils 4 bis 5 vorzüglichen Gängen. Spätestens nach dem Essen hatte ich für mich beschlossen die optional noch mögliche Nacht hier in diesem Gästehaus und somit 3 anstatt nur 2 Nächte auf Aka zu verbringen.

 

Mein erster Tag auf einer tropischen Insel Japans

Meinen ersten vollen Tag auf Aka habe ich vormittags mit den Besitzern des Gästehauses, ihren jüngsten Sohn, dem Hund und dem japanischen Gast (wohl ein Freund der Familie) mit einem kleinen Wanderausflug verbracht. Die Beschreibung was sie vorhatten hatte ich ehrlich gesagt nicht so ganz verstanden und die Hinweise wie „es geht mitten durch den Dschungel„, „es ist rutschig„, „nur auf eigene Gefahr“ usw. hatten mich etwas zweifeln lassen. Da ich extra meine Wanderschuhe mit auf die Insel genommen hatte, fragte ich ob es sinnvoll sei diese zu tragen – jedoch war die Antwort „nein, Du wirst nass“ nicht gerade das, was Klarheit verschaffte. „Aber was sollte schon groß schwierig sein“ dachte ich, zog die Flip-Flops an und los ging es. Zunächst auf der Ladefläche des sehr alten Autos bis zum Abzweig des „Secret Beach“ und von dort dann tatsächlich mitten in den Dschungel. Der Strand war aber schon mal ein verdammt guter Start – ich hätte hier noch einige Zeit verweilen können 😉

Der "Secret Beach" auf der Insel Aka (Kerama Inselgruppe in der Präfektur Okinawa; Japan)
Der „Secret Beach“ auf der Insel Aka (Kerama Inselgruppe in der Präfektur Okinawa; Japan)
Von einer Wanderung haben sie gesprochen - teilweise durch Dickicht und Bäche führte der "Weg" dann aber
Von einer Wanderung haben sie gesprochen – teilweise durch Dickicht und Bäche führte der „Weg“ dann aber

Wo wir dann entlang sind, kann man tatsächlich nicht als Wanderweg bezeichnen, denn es gab gar keinen Weg. Bei einer gefühlten Luftfeuchte von 200% ging es quer durch das Dickicht und auch durch den Bach. Wie ich später erfahren habe, war das der Lieblingsweg des Hundes … klar er und der Sohn konnten auch fast überall unten drunter durch wo wir Erwachsenen uns einen Weg suchen mussten. Glücklicherweise war der Weg aber nur auf den ersten Metern so und wurde dann zu einem sehr angenehmen „Abenteuerpfad“ dem Fluß- oder eher Bächlein entlang oder auch hindurch. In dessen Wasserpfützen haben wir alle auch probiert Garnelen zu finden und zu fangen – die Ausbeute von 2 Stück war jedoch nicht genug für ein Abendessen – da waren Aaron und ich in Singapur etwas erfolgreicher 😉

Ausblick von einen der Aussichtspunkte auf der Insel Aka - zu sehen ist die Aka Brücke und Teile des Fährhafens
Ausblick von einen der Aussichtspunkte auf der Insel Aka – zu sehen ist die Aka Brücke und Teile des Fährhafens

Die Straße erreicht stieg die Familie ins Auto zurück zum Gästehaus und ich wollte die weiteren zwei Aussichtspunkte auf dieser Seite der Insel noch erkunden. Da hatte ich mir allerdings was vorgenommen – mitten in der Mittagssonne und mit nur 0,75 Liter Wasser war das schon ein Vorhaben – jedoch wusste ich das vorher nicht, da ich keine Karte dabei hatte und meine Offline-Karte auf dem Handy irgendwie nicht funktionieren wollte. Den ersten Aussichtspunkt „Takibaru Observatory„, welcher der höchste Punkt der Insel ist und den ich persönlich auch den Schönsten auf Aka fand, erreichte ich sehr schnell. Jedoch war es von diesem bis zum nächsten bestimmt („Kushibaru Observatory„) noch mal 45min und bei diesem war ich dann doch etwas enttäuscht. Allerdings lag von diesem nur 10min entfernt der vom Hafen und Dorf aus gesehen entlegenste Strand der Insel und der war einfach traumhaft. Das Farbspiel was sich hier bot war einmalig schön: weiß-gelblicher Sandstrand, schwarzes Gestein, tiefes Grün der umgebenden Gras- und Waldflächen, verschiedene blau-grün-türkis schimmerndes Wasser und dazu ein strahlend hellblauer Himmel mit kleinen weißen Wölkchen … und außer mir vielleicht maximal 20 Personen noch mit am Strandabschnitt die größtenteils mit Schnorcheln beschäftigt waren.

Kushibaru Beach ... ein weiterer Traum auf Aka
Kushibaru Beach … ein weiterer Traum auf Aka

Fast das Paradies, aber eben nur fast … denn leider gab es keine Schattenflächen und ich zerfloss nahezu in der Hitze. Mein Wasservorrat ist auch schon auf weniger als einen halben Liter gesunken und ich hatte noch geschätzte 90min Rückweg vor mir. Ich beschloss also nach ausgiebiger Fotosession nicht ins Wasser zu springen und das Meer zu genießen, sondern mich direkt auf den Rückweg zu machen. Und dieser zooooooooog sich ganz schön und es kam natürlich kein Auto vorbei, was mich hätte mitnehmen können 🙁

Erschöpft, aber vollkommen zufrieden bin ich am späten Nachmittag im Gästehaus angekommen und habe dann nach einer wohltuenden Dusche die Zeit bis zum Abendessen mit einem kurzen Einkauf im kleinen Dorfladen und dann auf der Terrasse des Gästehauses verbracht.

Kommentare

Silvia
Antworten

Absolut traumhaft. Die Ogasawara Inseln sind zwar ebenfalls traumhaft, aber bei 25h Anfahrt bei Fähre, knapp €200 pro Richtung für’s Ticket, waren die Keramas vermutlich die bessere Wahl 🙂 Auf den Ogasawara Inseln würde ich dann auch mindestens eine Woche empfehlen, weil’s da soviel zu tun und erwandern gibt 🙂

Tino
Antworten

Stimmt, das war es … hätte auch noch den ein oder anderen Tag hier verweilen können 😉

Vanessa
Antworten

Die auf dem Flip Flop schwimmende Puffbohne (Toni, richtig?) ist mal wirklich ein geniales Motiv! Diverse Strand- und Sprungfotos natürlich auch. Ich muss sagen, auf Japan bin ich bisher tatsächlich am meisten neidisch. Aber schnorcheln kann echt jeder, das hab ich sogar in der Türkei geschafft, weil man nicht richtig tief unter Wasser muss. Vielleicht kannst Du Dich in Südamerika mal dazu durchringen.

Tino
Antworten

Japan ist wirklich ein tolles Reiseland – wäre auch was für eine junge Familie dann mal 😉 … Schnorcheln kann eben nur fast jeder – ich habe es auf den Philippinen probiert und das hat auch schon nicht geklappt. Zugegeben habe ich es hier auf Aka nicht noch mal probiert – vielleicht starte ich auf der nächsten tropischen Insel dann noch mal durch. Ich denke die ein oder andere werde ich in Mittel- und Südamerika noch besuchen 😀

Marcel
Antworten

Ich freue mich dass du Dein Radtraining aufgenommen hast um mit uns 2014 über die Alpen zu fahren. 🙂 Ich wusste nicht, dass man als Jezewski auch Absteigen kann an Steigungen. 😉

Tino
Antworten

Naja, ich würde es nicht gleich „Radtraining“ bezeichnen und der Gedanke mit den Alpen ist ganz abwegig! … aber es reichte schon ganz nah an eine sportliche Hochleistung ran! Ich habe auch lange überlegt, ob ich die Schwäche mit dem Schieben schreiben soll – bisher hat es mein Vater aber wohl auch noch nicht gelesen – er und meine Schwester würden glaube nie absteigen … die haben im Vergleich zu mir mehr Ehrgeiz und Durchhaltevermögen!

Marion und Gerd
Antworten

Hallo Tino,

wir haben es gelesen, aber Gerd hat sich bisher einen Kommentar verkniffen. Ich bin da voll auf deiner Seite. Auch ich ziehe schieben vor. Es muss alles auch irgendwo noch Spaß machen. Es hat halt jeder andere Stärken. Gerd kann auf jeden Fall nicht so gut und so hoch springen.
Marion und Gerd

Tino
Antworten

… habe mich schon gewundert 😉 … ich erinnere mich nur an unserem Ausflug in der Pfalz wo ich froh war, dass Du abgestiegen bist und ich auch endlich absteigen konnte. Radfahren ist absolut nicht mein Sport …

Hannes
Antworten

Wow! Wusste gar nicht, dass Okinawa so einen Strand zu bieten hat! Na da kann der Urlaub ja nur genial werden 😀

Tino
Antworten

Ich auch nicht – bin erst durch ein Plakat in Osaka darauf aufmerksam geworden und hatte mich deswegen auch sehr kurzfristig dazu entschieden den Flug zu buchen … ein vorheriger Blick in die Wettervorhersage und dem ankommenden Taifun hätte aber auch nicht geschadet 😉

Mathias
Antworten

WOW!! Okinawa sieht ja echt hammermäßig aus! Da will ich definitiv auch irgendwann mal hin. Dein Blog ist übrigens hervorragend und sehr professionell gemacht – da krieg ich glatt wieder Fernweh. 🙂
Alles Gute und lass es Dir gut gehen, Mathias

Tino
Antworten

Hi Mathias, ich wusste ehrlich gesagt nicht mal etwas von dieser Inselgruppe bevor ich in Japan war – ein Poster weckte mein Interesse und die günstigen Flüge luden ja gerade zu dazu ein dorthin zu fliegen. Und wie Du gelesen hast, habe ich es keinesfalls bereut … wirst Du sicher auch nicht.
Ich habe eben auch mal auf Deinen Blog gestöbert und werde ja ganz neidisch – gleich 2 Jahre unterwegs. Bist ganz schön rum gekommen. Werde demnächst mal etwas intensiver stöbern. Mal sehen auf welche „blöden“ Ideen ich dann noch komme 😉

VG aus Kolumbien
Tino

Andree
Antworten

Schöner Bericht, Okinawa steht schon auf der Liste der zu besuchenden Ziele.
Sag mal, wen dir so schlecht wird, nimmst du keine Superpep-Reisekaugummis?

Tino
Antworten

Danke 🙂 … und eine berechtigte Frage mit den Reisekaugummis. Das lag einfach daran, dass ich verdammt gut darin bin bestimmte Dinge zu vergessen und zu verdrängen – danach war mir auch wieder bewusst, dass mir schlecht wird 😉

Andree
Antworten

Och, dafür, dass man nichts vergisst, gibt es Apps. Namen nenne ich jetzt hier nicht.

Tino
Antworten

lol … stimmt, aber ich versuche es mal nicht so weit kommen zu lassen, dass mich Apps daran erinnern müssen, wie ich mich wohl fühlen werde … jetzt weiß ich erst mal wieder, dass mir schlecht wird 😉

heidi
Antworten

ich reise im september – Oktober nach japan, möchte unbedingt in den Süden z.B nach AKA! ich reise alleine…
kannst du mir unterkunft tipps geben? z.B diese guesthouse in aka?

DANKE

Tino
Antworten

Hallo Heidi,

schau mal weiter oben im Artikel, da stehen die Kontaktdaten zu dem Gästehaus, wo ich übernachtet habe („Kawai Diving Guesthouse“). Mein Zimmer war einfach, aber sehr sauber … besonders lecker war vor allem das Essen und ich fand die Integration in die Familie super. Man hat teilweise zusammen gegessen und die Familie hat mich auch auf verschiedene Wanderungen auf der Insel eingeladen.
Wünsche Dir viel Spaß dort – ich hatte ein paar schöne und erholsame Tage. Würde mich freuen, wenn Du zwischendurch oder hinterher hier kurz Deine Erfahrungen schilderst.

LG
Tino

Hinterlasse einen Kommentar

Name*

E-Mail* (wird nicht veröffentlicht)

Webseite

Folge mir auf Facebook !schliessen
oeffnen