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Glückspilze: Grundstück in Belize gekauft, Lodge aufgebaut und Maya-Ruinen entdeckt

Es klingt einfach zu unglaublich: stell Dir vor Du kaufst ein Grundstück mitten im Dschungel von Belize (eines Dir bis dahin nur von einigen Reisen bekannten Landes), investierst jedes Jahr etwas Geld, wanderst nach 20 Jahren aus und dann entdeckst Du Ruinen einer wohl sehr wichtigen Mayastadt auf Deinem Grundstück. Und das wo nur wenige Kilometer entfernt über Jahrzehnte Archäologen ergebnislos auf der Suche waren. Gibt es nicht? Doch, die Familie Reynolds sind die neuen Dschungelkönige von Belize … und ich bin aus puren Zufall dort „gelandet“. Aber mal ganz von vorn …

Großes Schild am Western Highway in Belize führt zur Lower Dover Jungle Lodge
Großes Schild am Western Highway in Belize führt zur Lower Dover Jungle Lodge

Wie gefühlt alle Backpacker die in Belize reisen, war auch ich auf der Insel Caye Caulker – irgendwie wollte ich aber im Gegensatz zu vielen anderen wenigstens noch einen weiteren Zwischenstopp einlegen bevor ich das Land verlasse. Entschieden hatte ich mich für einen Ausflug zu den ATM Höhlen – nun brauchte ich nur noch eine Unterkunft. Wie der Zufall es wollte entdeckte ich einen Aushang im Hostel von der „Lower Dover Jungle Lodge„. Die Beschreibung und die Nähe zu den ATM Caves klang interessant und somit stand mein nächstes Ziel fest: auf ging es nach Unitedville. Das ist ein kleiner Ort direkt am Western-Highway zwischen der Hauptstadt Belmopan und San Ignacia in Belize. Die Anfahrt war überraschend einfach: vom Busbahnhof in Belize City mit dem Bus in Richtung „Benque“ (fahren wohl mehr oder weniger alle 30 Minuten) ging es für 6 BZD (knapp 2,30 EUR) innerhalb von schätzungsweise 2,5h zum Ziel. Etwas aufgeregt war ich schon, da es ja keine offiziellen Haltestellen hier in Belize zwischendurch gibt. Und ob der Busfahrer mir wirklich Bescheid sagt wie versprochen? … da war ich mir auch nicht sicher. Natürlich hat er nichts gesagt 🙁 … aber dank meines Smartphones mit GPS und einer Offline-Karte wusste ich wo ich bin und ein großes Schild am Straßenrand mit „Lower Dover Lodge“ ließ mich nicht zweifeln. STOOOOOPPP – und raus aus dem Bus.

An der Lodge angekommen war ich gleich mal begeistert: verdammt freundlicher und warmer Empfang und dann war das Grundstück wirklich eine kleine farbige Oase mitten im Dschungel von Belize. Mir auch völlig unbekannt – da ich mal wieder nur die Hälfte der Informationen gelesen hatte 😉 – waren die Maya Ruinen die sich auf dem Grundstück befinden sollen. Eine kostenlose Führung vom Sohn des Hauses weckte das Interesse in mir.

Eine kleine farbige Oase mitten im Dschungel von Belize: die Lower Dover Jungle Lodge
Eine kleine farbige Oase mitten im Dschungel von Belize: die Lower Dover Jungle Lodge

 

Zurück in der Lodge guckte ich gleich mal im Internet und siehe da – auch der Spiegel war schon hier und hat darüber berichtet .. und das mit einem Artikel „Belize: Maya-Tempel im Dschungel der Familie Reynolds“ und einer Videoreportage:

 

Das war mal verdammt großer Zufall – bin ich doch nur über einen kleinen Aushang an den scheinbar nicht ganz so unbedeutenden Ort aus der alten Maya gekommen. Zugegeben, von den Ruinen ist derzeit nicht wirklich viel zu sehen und es bedarf verdammt großem Vorstellungsvermögen … aber dank meiner Besichtungen einiger anderer Mayastätten in Mexiko gelang mir das ganz gut. Die Spekulation der Archäologen gehen bis hin zu einer Hauptstadt der Maya die sich hier auf dem Grundstück befindet. Wenn dem so ist, dann hat die amerikanische Familie die vor mehr als 25 Jahren dieses Grundstück hier erworben hat wohl einen Glückstreffer gelandet.

Lower Dover Field Station
& Jungle Lodge
Mile 59 Western-Highway
Unitedville; Belize
http://www.lowerdoverbelize.com

Aber das scheint ihnen irgendwie nicht so wichtig zu sein. Mit Stolz präsentieren sie es, aber viel mehr sind sie allgemein an der Kultur der Maya interessiert und versuchen ein Stück ursprünglichen Dschungel zu schützen. Die Familie Reynolds hat damals das Grundstück gekauft um Pflanzen und Tieren hier dauerhaft eine geschützte Heimat zu bieten. Knapp 20 Jahre nach dem Grundstückskauf haben sie sich dann entschlossen die USA zu verlassen und nach Belize zu ziehen.

Liebevolle Beschriftung an Bäumen und Sträuchern - zugegeben einen Bananenbaum hätte ich auch so erkannt *gg*
Liebevolle Beschriftung an Bäumen und Sträuchern – zugegeben einen Bananenbaum hätte ich auch so erkannt *gg*

In den Jahren zuvor haben Sie nach und nach mit dem Ersparten auf dem Grundstück ihr Haus und auch ein paar Hütten (Cabanas) als Grundstein für Ihre neue Zukunft gebaut: in Belize im Einklang mit der Natur zu leben, den Dschungel zu schützen und die Kultur der Maya besser kennenlernen war ihr Traum. Die Lodge sollte zum einen eine Einnahmequelle sein und den Gästen einen Zugang in die Welt der Reynolds bieten. Die Liebe zur Natur kann man hier nicht übersehen. Überall gibt es unterschiedliche Pflanzen zu entdecken (und Dank vieler liebevoll gestalteter Schilder weiß auch ich, was es ist), die unterschiedlichsten Tierarten friedlich zusammenlebend auf dem Grundstück beobachten und am Abend das verdammt leckere und von lokalen Zutaten zubereitete Essen genießen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Familie Ihre Gastfreundschaft und Liebe zur Natur trotz des Maya-Fundes nicht vergisst und die „Lower Dover Jungle Lodge“ so bleibt wie ich sie genießen durfte. Denn was soll ich sagen, ich war einfach von allem hier begeistert und habe doch glatt eine Verlängerungsnacht gebucht 😉

Ich hatte auch ernsthaft überlegt am Abreisetag überlegt doch noch um ein paar weitere Tage zu verlängern. Wie der Zufall es wollte, kam nämlich gerade am Vortag die Spiegel Online Reporterin Katja Döhne hier an. Zwei Tage vorher erst noch mit Begeisterung den Artikel gelesen und dann vor Ort persönlich getroffen – wann passiert einem denn bitte schön sowas? Wir hatten ein sehr angenehmes Gespräch beim Frühstück. Sie möchte mehr über Belize berichten – denn sie hat sich nicht nur in den Sohn der Reynolds verliebt, sondern auch in das Land Belize. Und hast Du schon mal was von den „plautdietschen Mennoniten“ gehört? Nein? Ich auch nicht! … aber was Katja mir erzählt hat und auch in Ihrem ersten Video darüber zu sehen ist klang verdammt interessant und gerne hätte ich mehr über sie erfahren … letztendlich habe ich mich dann aber doch für die Weiterfahrt nach Guatemala entschieden und warte nun auf weitere Beiträge von Katja 😉

 

PS: Auch wenn es vielleicht so klingt, ich wurde für den Artikel nicht bezahlt … es hat mir einfach sehr gut gefallen und ich war von meiner „Entdeckung“ und dem Zufall einfach begeistert. Vielleicht indirekt „erkauft“ haben sie es sich mit wirklich guten Bratwürsten die es am ersten Abend für mich gab – die ersten Bratwürste nach 9 Monaten … für mich als Thüringer einfach unbezahlbar 😉 … und dann die Lebkuchen aus Deutschland von Katja zum Abschied – wie kann man da was Schlechtes berichten 😉

 

Mehr Fotos gibt es auf der zweiten Seite …

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