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Klosterbruder Tino Nahe der Geburtsstätte von Buddha gesichtet

Für mich bis vor kurzem noch vollkommen neu: Buddha wurde in Nepal – oder genauer in Lumbinigeboren. Streng genommen ist der Begründer des Buddhismus, Siddhartha Gautama, hier geboren. Sofern ich den Angaben in meinem Reiseführer glauben darf, besteht wohl Einigkeit darüber, dass die Geburtsstätte hier in Lumbini war – Uneinigkeit herrscht wohl aber über das Geburtsjahr. Sehr häufig ist von 543 v. Chr. die Rede … in jedem Fall verdammt lang her. Ich frage mich zwar woher und wie genau man das bestimmen kann, aber das werden die Experten schon richtig gemacht haben 😉

Von diesem Ort hörte ich eigentlich auch erst etwas, als ich in Pokhara war. Die Beschreibungen dazu klangen nicht schlecht und so ging es dann von Pokhara mit einem Touristenbus (so nannte er sich zumindest) auf nach Lumbini. Die Fahrt dauerte ca. 7h (kann mich ehrlich gesagt nicht mehr ganz daran erinnern) und führte nicht direkt zum Ziel, sondern einige Kilometer weit entfernt. Wie immer wird man als Tourist von mehreren Taxifahrern umworben – man kann nun nach einer langen Fahrt hart bleiben und verhandeln, oder den genannten Preis zahlen oder wie wir auf den lokalen Bus ausweichen. Der ist um einiges günstiger, dauert aber länger und ist nicht unbedingt bequemer

Die letzten Kilometer nach Lumbini ging es im Local-Bus voran
Die letzten Kilometer nach Lumbini ging es im Local-Bus voran

… aber in jedem Fall erlebnisreicher. Mit uns ist noch eine Gruppe von 6 Asiaten mit dem gleichen Ziel zugestiegen, die sich ebenfalls für den lokalen Bus entschieden haben. Damit wäre dieser eigentlich schon fast voll – aber es gingen gut dreifach so viele Menschen tatsächlich rein. Die Busfahrt über die ca. 10km war gefühlt verdammt lang, da ich überhaupt keinen Platz für meine Füße hatte und nach wenigen Minuten diese auch nicht mehr spürte.

In Lumbini dann tatsächlich angekommen ging es weiter: wo übernachten. Gehört hatten wir, dass man im koreanischen Kloster kostenlos übernachten kann. Das klang gut. Nun muss man zu diesem Ort aber wissen, dass es eigentlich ein riesiger und künstlich angelegter „Religionspark“ rund um die Geburtsstätte des Buddha ist. Zum Kloster sind es knapp 5km Fußweg und das ist bei der Hitze und mit dem Gepäck dann doch zu viel. Also Rikschas (zweisitzige Kutsche an einem Fahrrad) mussten her. Dank Gepäck hatten die Herren so ihre Mühen.

Mit der Rikscha ging es von der Bushaltestelle zum koreanischen Tempel im Relegionspark
Mit der Rikscha ging es von der Bushaltestelle zum koreanischen Tempel im Relegionspark

Am Kloster angekommen wollten die Herren neben dem vereinbarten Preis auch noch ein Trinkgeld – Frage war jedoch für was und warum? Beim Betreten der Klosteranlage wurden wir von einem Mann angesprochen der gleich meinte, dass sie keine Zimmer verfügbar hätten. Das war merkwürdig – klar konnte man anhand unserer Rucksäcke vermuten, dass wir hier übernachten wollen – jedoch machte es eher den Eindruck er wolle uns in ein anderes Hotel im Ort verweisen. Wir also zunächst um den Tempel gelaufen und wollten dann einen anderen Herren im Kloster oder Mönch fragen. Es tauchte aber wieder dieser Mann auf, der uns dann auf eine Infotafel mit Regeln hingewiesen hat:

  • Rauchverbot => kein Problem
  • kein Alkohol => sollte auch kein Problem sein
  • kein Lärm => von meiner zu lauten Stimme und lautem Lachen mal abgesehen auch kein Problem
  • Teilnahme am Morgen- und Abendgebet => hmmmm, nicht mein Ding – aber ist sicher mal interessant und eine Erfahrung wert

Wir nickten bei allen Punkten und dann wurden wir ins Büro gebeten. Dort wurden wir dann informiert, dass die Tourismusbehörde dem Kloster die Aufnahme von Übernachtungsgästen wohl verboten hat. Außerdem müssten sie – anstatt bisher Spenden – auch Geld für die Übernachtung verlangen (300 NPR pro Nacht und Person). Nun war uns das Verhalten auch klar. Uns wurden dann Schlafräume (geschlechter-getrennt) zugewiesen. Einfache, aber sehr saubere Zimmer mit Licht, Steckdosen, Ventilatoren, Moskitonetz, Toilette und Waschraum … geschlafen wurde mit dünnen Matratzen auf dem Boden. War in jedem Fall besser, als ich vermutet hatte. Insgesamt ist dieses Kloster aufgrund der Betonbauweise nicht gerade sehr schön, aber verdammt groß. Schätzungsweise mehr als 100 Personen würden hier eine Übernachtungsmöglichkeit finden – also in jedem Fall genügend Platz 😉

Der Koreanische Tempel im Relegionspark in Lumbini
Der Koreanische Tempel im Relegionspark in Lumbini
Mein Zimmer oder eher mein kleiner Schlafsaal im koreanischen Tempel; Schlafbereich
Mein Zimmer oder eher mein kleiner Schlafsaal im koreanischen Tempel; Schlafbereich

Ein einfaches Frühstück und Abendessen gab es ebenfalls gratis bzw. inklusive dazu – pünktlich 6 Uhr und 18 Uhr für jeweils 30 Minuten. Wir machten uns nach Bezug der Zimmer dann direkt zum Abendessen, was erstaunlicherweise sehr lecker war. Danach war direkt die Abendzeremonie im Tempel angesagt. Wir haben mal das nachgemacht, was der Mönch und die anderen so gemacht haben. Den Gesang haben wir aber vorsichtshalber mal ausgelassen 😉 Das Ganze hat knapp 30 Minuten gedauert und danach konnte man die Ruhe im Kloster genießen oder sich auf der Terrasse mit anderen unterhalten. Zwischendurch war der Strom immer mal wieder weg, d.h. wir saßen im Dunkeln. Wir hatten die Zeit für das Sortieren und Sichern von Fotos genutzt.

Die Nacht war recht heiß, aber dennoch habe ich sehr gut geschlafen. Es kam niemand weiter zu mir in das Zimmer, wo theoretisch 4 Personen Platz finden würden. Außerdem war die Nacht recht kurz, denn 5 Uhr war für ca. 1 Stunde das Morgengebet bzw. Zeremonie angesagt. Morgens waren wesentlich mehr Mönche da als am Abend davor … also die Klosterbrüder nehmen die Regeln scheinbar selbst nicht ganz so ernst und kommen wann sie wollen 😉

Am Kloster konnte man für 100 NPR (ca. 80 Cent) für einen Tag ein Fahrrad ausleihen – das waren die Privaträder der dort arbeitenden. Da Freitag war, mussten wir aber bis 15 Uhr wieder zurück sein. Da wir bereits morgens von starken Regen begrüßt wurden und es nicht den Anschein machte, als das es heute irgendwann mal aufhören sollte, sollte dies kein Problem sein.

Mit dem Fahrrad haben wir den Relegionspark in Lumbini erkundigt
Mit dem Fahrrad haben wir den Relegionspark in Lumbini erkundigt

Unser erster Weg führte uns in das an den Relegionspark angrenzenden Örtchen. Wir brauchten unsere Bustickets für den nächsten Morgen nach Chitwan. Irgendwie waren wir für die wenigen dort ansässigen Reisebüros zu früh – etwas versteckt fanden wir aber eines was offen hatte. Hier haben wir dann auch direkt die Bustickets (wir glauben mal wieder überteuert) gekauft und da der Bus bereits 5:45 Uhr von der Busstation losfuhr und wir bis dorthin knappe 30 bis 45 Minuten mit dem Auto brauchen und die lokalen Busse da noch nicht fahren, buchten wir auch gleich den Taxiservice dazu. Der war fast genauso teuer wie die eigentliche Busfahrt.

Da der Regen scheinbar überhaupt nicht aufhören wollte und wir schon durchnässt waren, haben wir uns für ein verlängertes Frühstück in einem netten Café entschieden. Dann passierte das, was wir nicht mehr geglaubt hatten – es hörte auf zu Regnen. Also rauf auf die Fahrräder und rein in den Relegionspark.

Die Puffbohne an der Geburtsstelle von Buddha in Lumbini (Nepal)
Die Puffbohne an der Geburtsstelle von Buddha in Lumbini (Nepal)

Der erste Weg führte uns direkt zu dem Platz wo Buddha geboren wurde. Zunächst sind wir an einem anderen Tempel gelandet, aber haben dann das eigentliche Ziel gefunden. Mit freien Eintritt für Einheimische und 200 NPR (ca. 1,90 €) für Touristen war dies nett anzusehen. Im Grunde gibt es außer Ruinen nicht viel zu sehen. In dem weißen Gebäude ist auch nicht mehr, als die eigentlichen Grundmauern eines sehr alten Tempels und eben exakt (es liegt ein Stein an dort) die Stelle wo Buddha geboren wurde … die Frage wie man das so genau bestimmen konnte stellt sich mit Sicherheit jeder der hier steht. Aber egal – ich war da ! Fotos machen durfte man aber nicht 🙁

Zwei dieser riesigen Ameisen hier im Kampf - am Hinterfuß der linken Ameise sind man auch eine der bei uns so üblichen Ameisen (Größenvergleich)
Zwei dieser riesigen Ameisen hier im Kampf – am Hinterfuß der linken Ameise sind man auch eine der bei uns so üblichen Ameisen (Größenvergleich)

Im angrenzenden Park / Garten haben wir erneut die riesigen Ameisen bewundert und unter dem verwunderten Blicken der Sicherheitskräfte eine kleine Fotosession gestartet 😉

Blick auf den Eingangsbereich des deutschen Klosters
Blick auf den Eingangsbereich des deutschen Klosters

Danach hieß es die anderen Tempel besuchen. Im Grunde haben hier mehrere Länder ein Grundstück und dort einen entsprechenden Tempel oder anderes buddhistisches Gebäude darauf stehen. So richtig fertig sind aber die wenigsten Länder mit Ihren Bauten und es ist noch verdammt viel Platz. Keine Ahnung, ob (a) das irgendwann mal fertig wird hier und (b) das zu einem Touristen- bzw. Pilgerort wird. So richtig nett anzusehen ist eigentlich nur der chinesische und jetzt haltet Euch fest: der deutsche Tempel. Er ist für meine Begriffe zwar viel zu kitschig, aber er gehört mit Abstand zu den schönsten hier. Das wurde uns auch auf dem Weg immer wieder gesagt und empfohlen.

Die Wege sind alles andere als für Radfahrer bei Regen gemacht - dementsprechend sahen wir und die Räder auch aus
Die Wege sind alles andere als für Radfahrer bei Regen gemacht – dementsprechend sahen wir und die Räder auch aus

Starker Regen brachte aber nicht nur mit sich, dass wir nass waren – es waren auch die unbefestigten Wege nur schwer zu befahren und wir und die Räder sahen aus wie Schw… Schlamm und Dreck überall und nun wurde auch die Zeit noch knapp. Etwas zu spät erreichten wir den Tempel und da die Räder wirklich unmöglich aussahen und es ja Privaträder waren, haben wir sie noch versucht in der Pfütze vor dem Tempel so gut wie möglich zu waschen. Den Mitarbeitern war es aber lieber rechtzeitig nach Hause zu kommen, anstatt saubere Räder zu haben … zumal sie ja ohnehin die gleichen Wege fahren würden.

Mit der Klosterruhe war es leider auch vorbei. Eine große asiatische (vorwiegend chinesische und taiwanische Touristen) zog in den Tempel ein. So auch in meinen Raum zwei Chinesen. Außer viel Krach und der Tatsache, dass beide in der Nacht den Tempel zusammen geschnarcht haben (ich habe wirklich noch nie in meinem Leben so ein lautes Schnarchen gehört – vielleicht lag es aber auch an der Tatsache, dass wir auf dem Boden schliefen und es im Raum schallte). Glücklicherweise schlief ich wie ein Stein und hörte es erst am nächsten Morgen wo es für mich schon 4 Uhr hieß aufzustehen.

Park / Garten rund um die Geburtsstelle von Buddha
Park / Garten rund um die Geburtsstelle von Buddha

PS: Die Abendzeremonie am zweiten Abend hatte ich übrigens ausgelassen – das ist einfach nichts für mich … 😉

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