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Mein Besuch in einem Kinderheim in Nepal

Die Arbeit eines Vereines habe ich schon seit mehreren Jahren verfolgt und indirekt auch mit unterstützt. Die Firma bei der ich in Deutschland arbeite hat einen kleinen Pool an Finanzmittel die jedes Jahr für diverse Hilfsprojekte zur Verfügung gestellt wird. Wir versuchen dabei konkrete Projekte (meist) finanziell zu unterstützen. Eines dieser Projekte ist das von Future for Nepal’s Children e.V. (FUNECH) Dieser Verein ist in Wiesloch (Baden-Württemberg; Deutschland) ansässig und unterstützt und betreut verschiedene Projekte in Nepal.

Der Verein berichtet regelmäßig und transparent über die Verwendung der Spendengelder und den Fortschritt in den Projekten. Dennoch oder gerade deswegen interessierte es mich auch das von uns unterstützte Projekt auch vor Ort zu sehen. Der Verein bietet jedes Jahr im Mai / Juni eine Nepalreise (zu Selbstkosten) an. Bei dem komplett durchorganisierten Programm kann man viele Sehenswürdigkeiten in Nepal erleben, aber natürlich werden auch die verschiedenen Projekte vor Ort besucht. Leider hatte ich diesen Termin verpasst. Im Rahmen meiner Weltreise hatte ich aber auf jeden Fall vor das interessante Nepal zu besuchen und erkunden. Und natürlich wollte ich auch das Kinderheim in Nepal besuchen, und wenn möglich mit anpacken, und habe somit Kontakt zum Verein aufgenommen.

Auf dem Weg zum Karuna Kinderhaus - die Straßen waren nicht sehr breit, aber größtenteils befestigt.
Auf dem Weg zum Karuna Kinderhaus – die Straßen waren nicht sehr breit, aber größtenteils befestigt.

An meinem dritten Tag in Nepal wurde ich in Kathmandu abgeholt. Es ging zunächst quer durch Kathmandu und Lalitpur bzw. Patan und dann durch diverse kleine Ortschaften.

Auf dem Weg zum Karuna Kinderhaus
Auf dem Weg zum Karuna Kinderhaus

Hier war keinesfalls das chaotische und hektische Treiben wie in der Hauptstadt Kathmandu, jedoch als ruhig und beschaulich würde ich es definitiv auch nicht gerade bezeichnen. Nach knapp einer Stunde hatten wir unser Ziel erreicht: die kleine Ortschaft Godavari. Hier steht das Karuna Kinderhaus, welches ich besuchen wollte.

Es handelt sich hierbei streng genommen eigentlich nicht um ein Kinderhaus, sondern ein „Mädchenhaus“. Es werden hier ausschließlich Mädchen unterschiedlichen Alters von Schwestern eines katholischen Ordens versorgt, erzogen und gelehrt. Die Schule ist außerhalb und nicht weit vom Kinderheim entfernt. Teilweise (bspw. für den Computerunterricht) werden auch Lehrer von außerhalb in das Heim zum Unterricht eingeladen. Die Mädchen hier stammen größtenteils aus weiter entfernt wohnenden und armen Familien. Mit dem Karuna Kinderhaus soll den Mädchen eine Zukunft geschaffen werden – eine gute Ausbildung heute als Schlüssel für bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und dadurch eine bessere Einkommens- und Lebenssituation in Zukunft. Empfangen wurde ich sehr herzlich und mir wurde auch ein Begrüßungslied von den Kindern gesunden. Das war mir zugegeben schon etwas peinlich so im Mittelpunkt zu stehen – irgendwie fühlte ich mich an die ersten Schuljahre zurück erinnert, wenn man an die Tafel musste und die ganze Klasse guckte einen an 😉

Von der Leiterin des Heimes wurde ich überall herum geführt, konnte alles mögliche Fragen und Hinterfragen. Sie konnte glücklicherweise sehr gut Englisch – somit war die Verständigung kein Problem. Sie selbst ist auch erst kürzlich in dieses Heim gewechselt. Sie war zuvor in einem Hospiz für HIV infizierte Mütter und Kinder. Dieses liegt nur wenige Minuten vom Kinderheim entfernt und wird ebenfalls von FUNECH e.V. mit unterstützt.

Ursprünglich hatte ich ehrlich gesagt gehofft auch aktiv vor Ort mit helfen und unterstützen zu können. Das war aber nicht möglich bzw. so richtig gab es keine Aufgabe. Auch wenn ich zunächst etwas enttäuscht war, ist das eigentlich ein gutes Zeichen. Denn wie ich sehen konnte, ist dort alles organisiert und geht seinen „geregelten“ Gang. Nun kann man natürlich denken, dass dann ja keine Hilfe mehr notwendig ist. So ist es jedoch nicht. Um ein solches Kinderheim zu unterhalten sind natürlich diverse finanzielle Mittel notwendig. Zudem kommen immer wieder neue – unregelmäßige – Ausgaben hinzu. Als ich dort war stand aktuell das Problem vor der Tür, dass die Straße vor dem Kinderheim ausgebaut werden soll. Das hieß aber auch, dass alle Anwohner – und somit auch das Heim – Ihre Zäune weiter auf das eigene Grundstück umsetzen müssen. Damit müssen mehrere hundert Meter Steinmauer versetzt werden. Das aber nur eines der Beispiele …

Nun ja, ich selbst konnte persönlich vor Ort leider nicht direkt unterstützen. Also habe ich die Einladung angenommen und habe mir auch das nahegelegene Hospiz mit angesehen. Auch hier wurde ich überaus freundlich empfangen. Die Kinder schauten gerade gemeinsam einen Film und hatten wegen meinem Besuch eine „Zwangspause“ einlegen müssen. Dennoch erzählten sie fleißig von sich und auch die ein oder andere Frage an mich kam. Eine Freiwillige aus dem Ort die hier zur Betreuung der Kinder mit aushilft hat die Übersetzung übernommen.

Neben den Kindern leben in dem Hospiz auch einige Frauen – diese waren gerade mit der Herstellung von traditionellen Tüchern beschäftigt. Damit verdienen sie sich etwas Taschengeld dazu. Zum Zeitpunkt meines Besuchs lebten 18 Kinder (Mädchen und Jungen) im Alter zwischen 4 und 17 Jahren und 13 Frauen im Hospiz – alle sind leider alle HIV positiv. Dementsprechend ist neben den Ordensschwestern auch eine ausgebildete Krankenschwester vor Ort. Wie auch im Karuna Kinderhaus, so war auch hier im Hospiz alles sehr geordnet und sauber. Es war schön zu sehen, dass die Menschen hier in einer vergleichsweise guten Umgebung aufwachsen können. Das alles unter anderem Dank dem Verein Future for Nepal’s Children e.V. (FUNECH) und seinen Unterstützern.

Aus einem kurzen Besuch im Hospiz wurden dann letztendlich glaube doch noch knapp zwei Stunden. Ich hatte ein sehr angenehmes Gespräch mit den Ordensschwestern die etwas aus ihrem Alltag erzählt haben und mehr als nur leicht interessiert an meiner Weltreise und den bisher gesehenen Ländern, Kulturen und Menschen waren.

Es war wirklich ein sehr informativer, interessanter und aufschlussreicher Nachmittag für mich. Auch wenn ich gerne mehr geholfen hätte, so bin ich dennoch mit einem guten Gefühl wieder zurück in mein Hostel nach Kathmandu gefahren. Sicher kann man darüber diskutieren, wie viel Hilfe von Außen für ein Land wie Nepal sinnvoll und notwendig ist – aber dem Beispiel dieser Projekte folgend und der Bevölkerung durch eine gute Ausbildung bessere Chancen und somit auch eine Stärkung der Wirtschaft zu ermöglichen ist meiner Meinung ein sehr guter Weg und sollte unterstützt werden.

Weitere Informationen zum Verein und Kontaktmöglichkeiten zum Verein findest Du hier auf der Projektseite: Future for Nepal’s Children e.V. (FUNECH) Neben den von mir besuchten Projekten werden ein paar weitere Projekte in Nepal vom Verein unterstützt.

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