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Neue Reisekamera und erste Versuche im schönen Kyoto

Es war schon längst überfällig – aber erst am Sonntag hatte ich es in die Tat umgesetzt: eine neue Reisekamara (meint eine neue Digitalkamera für meine Reise 😉 )

Hinweis: Wer in Japan steuerfrei einkaufen möchte,
der sollte seinen Reisepass nicht vergessen.
Diesen vorgelegt bekommt man in vielen Geschäften
bei Waren über 10.000 JPY (ca. 78 €) die Steuer
direkt abgezogen (zahlt also gleich weniger).
Dafür bekommt man in seinen Reisepass einen
Beleg geheftet, der bei der Ausreise dann einge-
sammelt wird. Einfach, oder?

Warum war es überfällig? Ganz einfach und das hat der ein oder andere ja auch schon gesehen: auf vielen Fotos sind Punkte zu sehen. Es hat mich einfach zu viel Zeit gekostet dies nachträglich zu bearbeiten. Ursache waren zum einen diverse Schmutzartikel unter der Linse (ja ich weiß, die kann man entfernen), aber leider auch Kratzer auf der Linse. Deswegen habe ich meine alte und sehr geliebte Panasonic Lumix TZ10 gegen eine neue Canon PowerShot SX280SH (Link zu Amazon) eingetauscht. Ich habe lange überlegt, ob ich nicht doch zu einer größeren Systemkamera mit austauschbaren Objektiv wechseln sollte – aber aufgrund der Bequemlichkeit und der Tatsache, dass ich mich schon ein paar Jahre kenne und die Kamera dann eher daheim bleiben würde, habe ich mich für die leichtere und kleinere Kompaktkamera entschieden. Die Auswahl war auch gar nicht so einfach, da nämlich in Japan Panasonic und Sony ihre Modelle ohne englische (geschweige deutsche) Sprache anbieten. Und wenn doch, dann sind es Export-Modelle, die im Preis höher liegen als bei uns daheim. Alle anderen großen Hersteller bieten englische Menüs an.

Bin ich vorgestern noch mit zwei Kameras in Kyoto herum gelaufen, so habe ich mich gestern ganz und gar auf meine neue Errungenschaft konzentriert und am Abend dann auch mal die Ergebnisse gesichtet. Was soll ich sagen – es haut mich nicht vom Hocker, aber ich bin durchaus zufrieden. Ich werde zwar in den kommenden Tagen es noch etwas genauer testen und auch mal meine Pro und Contra Liste hier präsentieren, aber bisher ist mein Fazit sehr positiv. Die Canon PowerShot SX280SH (Link zu Amazon) ist klein, handlich und hat alle Funktionalitäten, die eine Reisekamera für mich benötigt (insbesondere Schnelligkeit für Schnappschüsse, gute Qualität der Bilder, GPS). Der Hauptkritikpunkt ist bisher lediglich die umständliche WLAN-Anbindung und Probleme beim Kopieren der Fotos, Videos und GPS-Logdateien über die Kamera auf mein MacBook Air … aber das kann auch ein Bedienfehler meinerseits sein 😉 … ich werde das die kommenden Tage lieber noch mal testen. Habe auch soeben erst die Bedienungsanleitung in deutsch mal herunter geladen – im Lieferumfang war diese leider nur in japanisch, chinesisch und koreanisch enthalten und kleine Schwierigkeiten beim Verständnis hatte ich dabei schon 😉

Verdammt großer Pluspunkt ist aber der Modus „Hybrid Auto„. Konnte ich mir gestern zunächst überhaupt nichts darunter vorstellen, so war ich am Abend doch überrascht, als ich auf einmal ein Video hatte. Denn diese tolle Funktion erstellt so eine Art Videotagebuch mit jedem Foto. Auszug aus dem Handbuch: „Sie können einen kurzen Film über einen Tag (Filmtagebuch) erstellen. Wenn Sie fotografieren, wird die Kamera automatisch einen Film der Szene unmittelbar vor jedem Aufnehmen eines Fotos aufzeichnen.“ … nur habe ich das auch eben erst nachgelesen. Gestern hatte ich nämlich bewusst mal diese Funktion über den Tag genutzt, jedoch gedacht die Videosequenzen werden kurz nach dem geschossenen Foto gemacht – aber nein, kurz davor. Nun weiß ich aber auch das und werde die nächsten Videotagebücher etwas besser führen. Hier nun aber das Ergebnis des heutigen Tages:

… dafür, dass die Zusatzarbeit quasi 0 beträgt, ist das Ergebnis doch schon mal ganz gut. Oder?

Nun aber auch eine kurze Erklärung der Orte, die ich an meinem zweiten Tag in Kyoto zu Fuß (am ersten Tag gab es eine Fahrradtour mit den weiter entfernt liegenden Orten) erkundet habe. Die Stadt ist wirklich voll von Tempeln und historischen Orten. Wenn man will, kann man hier sicher Wochen verbringen. So viel Zeit habe ich mir nicht gegeben und habe mein Programm auf 2 Tage zusammengekürzt. Die hatten es bei hohen Außentemperaturen und hoher Luftfeuchte dafür auch in sich 😉 Folgende Route bin ich „abgelaufen“ und kann ich eigentlich auch sehr empfehlen:

Kiyomizudera Tempel: die 300 JPY sind meiner Meinung nach sehr gut investiert. Gut erhaltene und größtenteils restaurierte Tempelanlage inkl. dem Jishu Shrine.

nette (touristische Straßen) Sannenzaka und Ninenzaka: auf dem Weg vom Kiyomizudera Tempel zum Kodaiji Tempel sollte man durch diese Straßen mit sehr schön erhaltenen und renovierten alten japanischen Häusern schlendern und wer möchte kann Geschenke und Mitbringsel für die Lieben daheim hier kaufen oder in das ein oder andere Restaurant zum Schlemmen einkehren. Die Preise sind – klar, ist Touristengebiet – höher als anderswo.

Kodaiji und Ryozen Kannon Tempel: diese sind beide kostenpflichtig und ich habe sie mir nicht von innen angesehen (nach 5 Monaten Asien muss man nicht unbedingt in jeden Tempel gehen 😉 ). Im Ryozen Kannon Tempel ist eine große Statue, die auch von außen fotografiert werden kann.

Maruyama Park: kleine Ruheoase und schön angelegter Park. Hier habe ich auch (man höre und staune) meine ersten Geocache seitdem ich quer durch die Weltreise gemacht. Hat Spaß gemacht ihn zu suchen und werde ich hoffentlich jetzt wieder öfter tun.

Chion-in Tempel: dieser Tempel liegt innerhalb des Maryama Parks auf einer leichten Anhöhe und ist kostenfrei zu besichtigen. Der Haupttempel ist von einer riesigen Halle umgeben – man hat quasi ein Gebäude um den Tempel gebaut. Leider konnte man den Haupttempel auch nicht von innen besichtigen. Ich weiß leider nicht, ob das nur bei meinem Besuch so war oder generell derzeit nicht geht.

Shoren-in Tempel: diesen Tempel hatte ich aufgrund der Beschreibung im Reiseführer auf meiner Must-Visit-Liste, aber ich bin dann doch nur davor gewesen und nicht rein. Der Grund dafür war eine Kombination aus Erschöpfung, kostenpflichtiger Eintritt und genügend Tempel in den vergangenen Wochen. Ich habe aber gehört, dass er sehr schön sein soll.

Straßen und Gassen von Gion: größtenteils renovierte Häuser, die größtenteils als Geschäfte, Restaurants und Theater genutzt werden. Aber auch einige Wohnhäuser. In dieser Gegend habe ich auch zum ersten Mal während meines kurzen Japan-Aufenthalts eine Geisha gesichtet und fotografieren dürfen.

Kyoto Station: wirklich beeindruckender Gebäudekomplex auf 5 Etagen mit natürlich diversen Zugverbindungen / Bahnsteigen (u.a. diverse JR Linien und der Shinkansen Tokio und Osaka), Einkaufsmöglichkeiten und

Kyoto Tower: dieser ist nicht zuverfehlen und liegt direkt gegenüber der Kyoto Station. Für 770 JPY kann man die Aussicht von oben genießen und bei guter Sicht (ich hatte sie) auch mit den kostenlos zur Verfügung stehenden Ferngläsern bis nach Osaka gucken.

 

Bist Du schon mal in Kyoto gewesen? Welche Ecken kannst Du empfehlen? Oder eigentlich fast noch wichtiger, was sollte man vermeiden?

 

Update 28.11.2014 bzgl. der Kamera: aktuell habe ich ein paar Probleme mit der Kamera. Da es ein japanisches Modell ist, will der deutsche Support mir irgendwie auch nicht helfen und ein Firmware-Update für mein Modell gibt es leider nicht. Also von daher keine Kaufempfehlung für die Canon PowerShot SX280HS

Kommentare

Silvia
Antworten

Oh wow, die Videotagebuch-Funktion ist wirklich nett! Ich fotografiere hauptsächlich mit meiner Spiegelreflex (man gewöhnt sich dran), aufs Filmen vergesse ich aber meistens, auch wenn ich’s mir vorgenommen habe.

Du hast dir gar nicht den Fushimi Inari Schrein mit den unzähligen roten tori gegeben? 🙂

Tino
Antworten

Ja, die ist klasse – allerdings leider noch nicht ganz ausgereift. Löscht man das Foto (weil es bspw. nichts geworden ist), bleibt der Videoausschnitt dennoch erhalten. Um eine Nachbearbeitung kommt man also leider nicht herum – aber auf jeden Fall schon viel wert eine “Basis” zu haben. Das Video von Kobe ist auch so entstanden und von Osaka Tag 2 das ist auch gerade fertig 😉 … Artikel folgt aber erst morgen …

Tino
Antworten

achso, der Schrein – nein, den habe ich mir tatsächlich nicht gegeben. Irgendwie war ich zu müde und kaputt für noch einen Schrein mehr und dann war es auch einfach zu voll – letzte Woche war so was wie die zentrale Reisewoche in Japan und alle waren unterwegs und gefühlt war halb Japan in Kyoto. Jetzt im Nachhinein ist es aber schon schade diesen Schrein nicht gesehen zu haben … aber man kann nicht alles sehen – unmöglich.

Sue
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Das Tagebuch ist genial. Ich werde beim Kauf meiner neuen Kamera darauf achten. Habe mich jetzt 1 Jahr mit einer schweren DSLR rumgeplagt und mich entschlossen das Teil vor meiner Israelreise gegen eine Kompakte zu tauschen. Habe immer einen extra Bag dabei gehabt und diesen neulich sogar in einem Lokal fast liegen lassen. So wie es aussieht bekomme ich für den Verkaufspreis ein schönes neues Modell im Hosentaschenformat. Canons G15 würde mich ja schon ansprechen, aber die ist dann wieder nicht wirklich hosentaschentauglich. Ich schaue gerade auf diversen Vergleichsseiten herum. Amazon ist auch ein guter Tipp, denn die Bewertungen sind ja meistens sehr ehrlich 🙂

Tino
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Ja, ich war (und bin) auch unentschlossen ob DSLR oder Kompakte. Haben beide so ihre Vorteile und weil ich mich selbst kenne und eine größere Kamera häufig nicht mitnehmen würde, habe ich mich für die Kompakte als Reisekamera entschieden. Allerdings wünschte ich mir schon das ein oder andere Mal eine bessere Kamera zu haben für noch schönere Fotos … aber es liegt ja nicht alles an der Kamera 😉

Dirk
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Wir haben uns im Frühjahr eine Canon SX240 zugelegt, die annähernd baugleich zur SX280 sein müsste. Wir waren dieses Jahr für insgesamt sieben Monate mit dem Wohnwagen in Nordeuropa unterwegs und suchten eine kompakte Kamera mit großem optischen Zoom als Ergänzung zu unserer Spiegelreflex.
Leider mußten wir schnell feststellen, dass wir mit diesem Modell einen richtigen Fehlkauf gemacht hatten. Über die Jahre haben wir mehrere Canon Ixus genutzt, die immer problemlos funktioniert haben. Bei der SX240 hingegen scheint Canon an einigen Stellen zu Lasten der Qualität gespart zu haben. Etliche Staubpartikel haben sich nach kurzer Zeit hinter der Linse abgesetzt, da der Zoom-Mechanismus leider nicht ausreichend staubdicht ist… Die Hintergrundbeleuchtung hat einen Wackelkontakt und fällt regelmäßig aus – das ist besonders ärgerlich, wenn man grad ein schönes Motiv sieht und im Display nichts erkennbar ist. An den regelmäßigen Verlust von Datum-/Uhrzeit Einstellungen, wenn der Akku zum Laden entnommen wird haben wir uns inzwischen gewöhnt 😉
Leider steckt man auf einer Langzeitreise in der Zwickmühle: Die Kamera funktioniert nicht richtig, aber zum Hersteller einschicken bedeutet evtl. einen mehrwöchigen Verzicht. Wir haben daher einen Teil der Fehler selber repariert, natürlich unter Verlust der Garantie.

Wir würden uns im Nachhinein nicht nochmal für dieses oder ein anderes Modell dieser Reihe entscheiden, obwohl die Bilder an sich qualitativ ansprechend sind.

Wir wünschen Dir noch viel Spaß und viele tolle Erlebnisse auf deiner Reise und eine allzeit funktionierende Kamera! 😉

Grüße aus dem Sauerland,
Sandra, Dirk & die Beaglebande

Tino
Antworten

Hallo Sandra & Dirk,

danke für den Beitrag – ich habe die Kamera nun 3 Monate und regelmäßig im Einsatz. Probleme mit der Hintergrundbeleuchtung habe glücklicherweise nicht und auch sonst habe ich keine Probleme weiter. Allerdings stimmt das mit dem nicht richtig abgedichteten Zoom leider – ich habe auch ein Staubpartikel entdeckt, den ich bisher glücklicherweise immer „wegschütteln“ konnte. Wie Ihr schon sagt – auf Reisen steckt man in einer Zwickmühle und nimmt die Garantie häufig nicht in Anspruch. Wenn ich mehr Staubpartikel im Zoom finde, werde ich definitiv die Empfehlung hier wieder raus nehmen! Danke für Eure Hinweise …

VG aus Mexiko
Tino

Tino
Antworten

… jetzt habe ich doch die Grüße an die Beaglebande vergessen – somit nachgeholt 😉

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