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Nicht jede Zitrone ist gleich (Tag 12)

Das heutige Motto muss ich wohl gleich zu Beginn etwas erklären. Vanessa hatte von ihrem früheren Trainer bei Erschöpfungserscheinungen immer gesagt bekommen. „Es ist noch Saft in der Zitrone. Squeeze it!“ … das ist auch jetzt bei den Wanderungen meist zum Tagesende das Motto. Wenn man also glaubt es geht nichts mehr, ist wie in einer Zitrone noch immer was drin. Aber nicht jede Zitrone ist gleich 😉

Heute war aber bei uns allen irgendwie der Saft schon zu Beginn raus und es war ein insgesamt ein durchwachsener Tag. Vielleicht noch etwas verwöhnt vom Tag zuvor fanden wir das Frühstück heute nicht besonders toll. Außerdem hat es verhältnismäßig lange gedauert. Nun waren wir ohnehin schon zu spät dran, aber dann mussten noch zuvor gewaschene Kleidungsstücke trocken geföhnt werden, die Bezahlung zog sich, dann mussten wir noch diverse Dinge einkaufen, dann drückten die Schuhe usw. … letztendlich sind wir erst kurz nach 10 Uhr los gekommen. Immerhin hatten wir gutes Wetter !

Dann schon die erste „Abkürzung“. Anstatt zum Punkt zurück zu gehen, wo wir den Pfad am Abend zuvor verlassen hatten, gingen wir direkt zum Lizard Point. Das ist der südlichste Punkt Englands. Auch hier verloren wir wieder etwas Zeit, da uns nichts so richtig voran getrieben hat. Durch die recht starke Sonne und immer mal wieder aufkommende sehr kurze Regenschauer (teilweise nur um uns herum … wir sind häufig verschont geblieben), war es sehr schwül und erschwerte den Weg zusätzlich.

Fischerdorf Cadgwith
Fischerdorf Cadgwith (Coast Path)

Im Fischerdorf Cadgwith haben wir uns dann eine Mittagspause gegönnt. Bei perfektem Wetter genossen wir den Ausblick von oben auf das schöne Dörfchen. Es war nun schon Mittag und wir hatten gerade mal 1/3 der heute vor uns liegenden 17km geschafft. Meine pessimistische Prognose war, dass wir unser Ziel Coverack erst 20 Uhr erreichen würden. Dem war aber nicht so. Durch immer wieder kurze Regenschauer entschieden wir uns einen recht schwierigen und rutschigen Abschnitt bei Downas Cove zu umlaufen – also runter vom Pfad auf die Straße und danach wieder drauf. Vanessa bestand darauf, dass dies ja keine Abkürzung sei (gleiche Anzahl an Kilometern) – wir einigten uns auf die Bezeichnung „Abschwächung“ für diesen Alternativweg. Letztendlich sind wir gegen 16:30 Uhr in Coverack angekommen.

Hier hieß es erst mal ein Eis (für teure 1,50 Pfund pro Kugel) und für den noch immer kränkelnden Marcel auch noch eine heiße Suppe essen. Erst im Anschluss wollten wir uns auf die Suche nach einer Bleibe für die Nacht machen. Zu unserem Erstaunen hatten wir schon beim zweiten B&B Glück. Eine sehr schöne Unterkunft …

Wie immer waren wir auch an diesem Abend Essen. Nachdem es hier wohl nur ein Restaurant gibt, waren wir etwas skeptisch wie gut dies ist. Zu unserer Überraschung jedoch verdammt gut. Sehr lecker gegessen ging es wieder zurück und dieser merkwürdige Tag neigt sich dem Ende. Morgen ist bei allen hoffentlich wieder mehr in der Zitrone und wir können voller Energie und Tatendrang den Weg fortsetzen und das Gefühl „jeder Tag ist gleich“ hinter uns lassen …

Ergänzung: zu allem Überfluss habe ich heute auf dem Weg auch noch meine am ersten Tag hier neu erworbene Sonnenbrille verloren. Völlig unnötig 🙁

 

Fotos vom heutigen Tag

 

 

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