Navigieren / suchen

„no vacancies“ und wie spricht man das aus? (Tag 09)

Artikel von Marcel: 😉

Was als „off Tag“ vom Wandern geplant war und für uns etwas Entspannung und sightseeing werden sollte, entwickelte sich zunächst ganz gut und dann doch ganz anders.
Das Frühstück wurde aufgrund der Vollbelegung der Jugendherberge schon auf 7:30 Uhr gelegt, da wir versuchen wollten, dadurch sicher einen Sitzplatz in der Kantine zu bekommen. Vorab wurde alles gesammelt, was einer Wäsche bedurfte (dringend bedurfte), und wir nutzten das Angebot einer Waschmaschine inkl. Trockner noch vor dem Frühstück, um unsere olfaktorische Performance zu verbessern. 😉 Die Klärung aller Symbole auf den Wäschestücken konnten wir nur mit Hilfe des Internets organisieren … aber nachdem wir erfolgreich gegooglet hatten, konnten wir trennen, was in den Trockner und was an den Rucksack gehängt werden sollte. Besonders „behangen“ war hinterher Vanessa 😉

Das Frühstück war wirklich gut und wir hatten wegen der vielen belegten B&B’s beschlossen, noch im Internet nach Übernachtungsmöglichkeiten zu suchen – diese Zeit hatten wir bedingt durch zwei Anläufe mit dem Trockner gehabt. Um ca. 10.30 Uhr starteten wir in die Stadt, um uns diese etwas anzusehen und eine neue Bleibe für den Abend zu finden. Etwas vorsichtig geworden, starteten wir schon vor 12 Uhr die Suche nach einem neuen B&B. Die Preise in Penzance und Umgebung sind doch recht teuer. Und ein Tipp für alle Wanderer, vermeidet es am Wochenende in die Gegend zu gehen. Viele B&B vermieten am WE nicht für eine Nacht.

Das am häufigsten auf unserer Suche gelesene Schild sollte „NO VACANCIES“ werden, wobei wir uns zu Beginn noch damit beschäftigten, wie die Aussprache richtig ist. Nachdem wir dann die Ortsgrenze erreicht hatten, war unsere Idee, einfach in den nächsten Ort zu laufen, um uns dort ein B&B zu suchen und den Mount St. Michael zu besuchen. Der Fußmarsch sollte uns somit eine Stunde in Beschlag nehmen und unseren Plan auf einen Stadttag ohne Wandern verwerfen.
Und jetzt ratet mal, was uns im nächsten Ort erwartet hat. „NO VACANCIES“. Es war schon fast unglaublich, dass so viele Zimmer belegt waren, da die Strände und die Stadt an sich eigentlich nicht besonders voll wirkten. Aber was auch immer all die Menschen kurzfristig in der Gegend vor hatten, für uns war das Timing vorsichtig ausgedrückt ungünstig.

Also steuerten wir nach Penzance den nächsten Ort in Marazion an. Auch dort das gleiche: „NO VACANCIES„. In Marazion haben wir dann ein Cafe besucht, um uns zunächst etwas zu stärken und im Internet in den nächsten Orten nach B&B’s umzuschauen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon fast so weit, dass wir einen Preis von 125 Pfund pro Nacht im Hotelzimmer in Betracht ziehen wollten. Als kulinarische Forschungsreise stand das bereits mehrfach beworbene „Crab Sandwich“ auf dem Speiseplan und für den Zuckerhaushalt teilte ich mir mit Tino noch eine „Tripple Chocolat Tarte“, die wirklich lecker war.

Die Telefonrecherche bei verschiedenen B&B’s ergab wieder unsere beliebte Antwort: „Sorry, no vacancies“. Als wir schon dachten, es wird doch die Option Hotel zum Zuge kommen, hatten wir dann doch Glück. Ca. 10 km entfernt war ein Familienzimmer für 3 Personen gerade frei geworden und wir beschlossen, um ca. 15 Uhr den unverhofften zweiten Teil der Reise anzutreten. Und wie heißt es so schön: „wenn Engel reisen“ … es sollte ein richtig schöner Weg werden. Die Landschaft war gerade wegen dem etwas windigen und bewölkten Wetter besonders eindrucksvoll und die Laufstrecke stellte sich als einfach heraus. Dank einer ganzen Serie von Geocaches hatten wir kurzweilige drei Stunden zu Fuß und wirklich viel Spaß. Die Spannung stieg natürlich, da wir nicht wussten, was uns in Praa Sands erwarten sollte. Aber auch hier hatten wir großes Glück. Unsere Vermieterin schickte uns in ein Restaurant direkt am Meer. Da sie sich nicht sicher war, wie lange wir heute etwas Warmes zu essen bekommen könnten, gingen wir direkt los, sobald wir die Rucksäcke abgeworfen hatten. Unser Tisch hatte einen Blick direkt aufs Meer und es bewahrheitete sich die Regel, dass wir immer alle zwei Tage etwas besonders Gutes zu essen bekommen. Der „Fisch des Tages“ war eine mit Fenchel gegrillte Scholle, für die Tino und ich mich entschieden haben. Vanessa hatte Linguine mit Krebs und geräuchertem Lachs, die auch einmalig waren. Der Nachtisch in Form einer Haselnuss-Karamell-Tarte war eine toller Abschluss für das Abendessen. Nach so einem Essen in einem Zimmer mit Bar und Kamin und dem Sonnenuntergang auf dem Meer fragt man sich wirklich, wie man in Zukunft ohne diese Dinge leben soll. 😉 Es wird einfach Zeit für einen Lotto Gewinn.

Als „sportliche Betätigung“ des Abends spielten wir dann noch eine Runde Airhockey und gingen dann wieder ins B&B um zu duschen. Nachdem Tino und Vanessa noch Livemusik vernommen hatten, gingen beide noch etwas raus … um dann aber gleich festzustellen, dass die Party bei gefühlten 10 Grad am Strand stattfand und beide dazu mittlerweile etwas zu alt sind. 😉 Also hieß die Alternative wieder ins Restaurant an die Bar. Ich hatte beschlossen, im Zimmer zu bleiben und meinen sehr schönen Abend beim Schreiben des Blogs für heute ausklingen zu lassen.

 

Fotos vom heutigen Tag

 

 

Weitere Berichte vom Coast Path

 

Hinterlasse einen Kommentar

Name*

E-Mail* (wird nicht veröffentlicht)

Webseite

Folge mir auf Facebook !schliessen
oeffnen