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Paketversand von Nepal nach Deutschland – ein Erlebnis für sich

Wer ein Paket aus Nepal nach Deutschland verschicken möchte, der hat zwar grundsätzlich die Möglichkeit … dennoch war das zumindest bei mir nicht ganz so einfach. Will man nämlich über die (staatliche) Post ein Paket versenden, so geht das nicht von überall … oder um genauer zu sein es ging nicht aus dem Touristenort Pokhara und auch nicht aus Patan oder anderen Orten – es ging nur von der Hauptpost in Kathmandu. Die tatsächlich offizielle Begründung dafür ist, dass man kein Personal (???) dafür hat.

Neben der Post gibt es aber auch die Möglichkeit, vor allem vom Touristenviertel Thamel in Kathmandu oder auch in Pokhara, in einen der vielen kleinen Annahmestellen über private Dienstleister wie DHL, Fedex, UPS, GLS usw. seine Pakete zu versenden. Mir waren diese Annahmestellen jedoch etwas suspekt und ich fand die Preise mit 7.000 NPR (ca. 56 EUR; GLS) bis 17.000 NPR (ca. 135 EUR; DHL) recht teuer.

Nun gut, so habe ich mich also bis zu meiner Rückkehr in Kathmandu geduldet. Nach meiner Rückkehr aus Dhulikhel bin ich direkt am Samstag auf die Hauptpost gefahren – leider für umsonst: sie war nämlich geschlossen. Eigentlich war mir bekannt, dass in Nepal der Samstag ein freier Tag ist und dafür am Sonntag gearbeitet wird, aber wie das so ist … man ist mit den Gedanken woanders. Dann eben am Sonntag erneut in die Stadt. Da ich noch ein paar Dinge vorher besorgen musste, ging es erst in das Touristenviertel Thamel und danach zur Post … leider war das aber auch wieder nicht von Erfolg gegrönt: der Cargo-Service der Post hat nämlich nur von 10 bis 14 Uhr auf und zudem braucht man eine Kopie des Reisepasses. Damit müsste ich nun alle Informationen habe und bin heute erneut hin.

Ich brauchte zum Aufgabe meines 7kg schweren Paketes etwas mehr als 1 Stunde und bevor man sein Paket abgegeben hat, sind mindestens 7 Personen damit beschäftigt:

  1. ein Mann hinter dem Schalter, der mich mit Informationen und Anweisungen versorgt hat
  2. ein Mann an einem Tisch, der mein ausgefülltes Formular geprüft, eine Kopie meines Ausweises wollte und mich in ein Büro verwiesen hat
  3. ein Mann im Büro, der an seinem Computer in Facebook war und mir nach einer kurzen Wartezeit lediglich eine Unterschrift auf das Formular gesetzt hat
  4. erneut der Mann am Tisch, der den gesamten Inhalt meines Pakets vor den Augen aller ausgepackt und kontrolliert hat und mir ein neues Formular zum Ausfüllen augehändigte
  5. ein Mann auf dem Fußboden, der für mein Paket ein Stoffmantel nähte, diesen verschloss und versiegelte und das von mir ausgefüllte Formular annähte
  6. ein Mann aus dem Nichts, der mir einen Stift in die Hand drückte und meinte ich solle die Empfänger- und Absenderadresse (konnte ja nur mein letztes Hotel hier aufführen) drauf schreiben
  7. erneut der Mann am Tisch, der mich zur Zahlung von 978 NPR (ca. 7,80 EUR) Bearbeitungs- und Verpackungsgebühr aufforderte
  8. ein anderer Mann hinter dem Schalter, der mein Paket entgegen nahm, wog, mich zur Zahlung von 4.803 NPR (ca. 38 EUR) auffordert und mir meine Belegkopien aushändigte
  9. ein Mann aus dem Hintergrund, der das Paket in den hinteren Bereich getragen hat

Da ich nicht genügend Bargeld dabei hatte, musste ich zwischen Schritt 7 und 8 noch schnell (10min einfache Strecke) zum nächsten Geldautomaten. Alles in allem hat es problemlos geklappt – dauert eben nur etwas länger und man sollte alles dabei haben 😉

Das Paket wird zugenäht und versiegelt
Mit viel Liebe zum Detail wird das Paket in eine Stoffhülle gepackt (wurde extra genäht), zugenäht, versiegelt und das Empfängerschild angenäht.

 

Warum der ganze Aufwand?

Nach mehr als vier Monaten auf Reisen war es eben nun doch mal Zeit für ein Paket in die Heimat. Jedoch muss ich alle auf Geschenke spekulierende Freunde gleich enttäuschen  – es sind leider keine für Euch dabei. Ich hoffe Ihr könnt mir verzeihen und habt Verständnis … aber wenn ich erst mal damit anfange …

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Dennoch musste ich einige Dinge versenden, die leider keinen Platz mehr in meinem Rucksack gefunden haben. Dazu gehören:

  • zwei Jacken … in 4 Monaten vielleicht jeweils 1mal getragen
  • eine Isomatte … extra für diese Reise erworben und ein absolutes Leichtgewicht (Therm-a-Rest NeoAir XLite) und definitv eine Empfehlung von mir. Jedoch habe ich sie zu selten bisher verwendet und hoffe einfach keine zu brauchen die nächsten Monate
  • nicht mehr benötigte Reiselektüre / Reiseführer … warum die noch mitschleppen? Eigentlich tauscht man sie ja gegen neue, aber so richtig habe ich bisher keine guten Tauschbücher dafür gefunden und irgendwie will ich sie auch behalten
  • diverser Kleinkram … der einfach nur Platz wegnimmt, Gewicht hat und worauf ich nach aktuellem Wissensstand verzichten kann

Aufmerksame Leser stellen fest – das können doch keine 7 kg sein?! Richtig. Somit muss ich wohl zugeben: es sind doch ein paar Präsente enthalten 😉 Im August haben gleich 3 mir sehr ans Herz gewachsene Personen Geburtstag und da haben sich Präsente einfach angeboten:

  • mein Opa … der leider nicht im Internet ist und ich mich somit versuche so weit es geht regelmäßig zu melden und Postkarten zusende (Vorteil: er erfährt somit auch nichts von der Geburtstagsüberraschung vorher 😉 )
  • mein Neffe „der kleine Prinz“ … den ich wirklich sehr vermisse und eigentlich inzwischen nun schon der „große Prinz“ ist, denn im Januar gab es ja Nachwuchs
  • mein Patenkind „der Julius“ … den ich leider ebenfalls viel zu wenig sehe und zudem auch noch viel zu wenig Fotos und Infos aktuell von seinen Eltern bekomme (nicht war Fam. Römer 😉 )

Die drei können den Blog hier nicht verfolgen und da kann man schon mal von seinem Prinzip keine Präsente zu verschicken eine Ausnahme machen 😉

Alle anderen Familienmitglieder, Freunde und Kollegen sind mir deswegen aber nicht weniger ans Herz gewachsen – seid hiermit ganz lieb gegrüßt !

 

Praktische Tipps für den Paketversand von Nepal nach Deutschland

Für alle die ebenfalls ein Paket versenden wollen hier ein paar Tipps:

  • nach meinen Recherchen am billigsten ist es mit der (staatlichen) Post; das geht aber nur von der Hauptpost in Kathmandu
  • Versand über verschiedene private Dienstleister ist an mehreren Orten möglich – unbedingt Preise vergleichen und mehrere Angebot einholen !!!
  • Hauptpost in Kathmandu ist in der Nähe vom Sahidgate (südlich vom Ratna Park): Link zu Google-Maps
  • der Cargo-Service befindet sich in einem Hintereingang (durch das Eingangstor hindurch und dann rechts halten; nichts links in die Haupthalle)
  • Öffnungszeiten des Cargo-Services sind Sonntag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr
  • unbedingt ausgedruckte Kopie des Reisepassen mitbringen (wird einbehalten)
  • Paket verschließen macht keinen Sinn – es muss vor den Augen aller Anwesenden zur Kontrolle alles ausgepackt werden
  • bei weniger als 2kg kann es auch als Päkchen direkt im Hauptgebäude abgegeben werden (das geht schneller und ist billiger)

Kommentare

Wolfgang Fritz
Antworten

Haha! Alles absolut richtig. Ich war heute auch da und ich hab mich wie in der Anstalt gefuehlt. Da ich deinen Text vorher gelesen hatte, musste ich die ganze Zeit schmunzeln, weil im Gegensatz zu den anderen in gewisser Weise darauf vorbereitet war. Bei mir wars nur noch chaotischer, weil sehr viele ihre Packete los werden wollten. Somit gab es drei „Zunaeher“ und ich wurde fuer jede „Phase“ des Prozederes mit min. zwei Angestellten konfrontiert.

Danke fuer den unterhaltsamen Text.

Tino
Antworten

Hi Wolfgang, freut mich, dass Du meinen Artikel vorher gefunden hast und ich Dich somit etwas darauf vorbereiten konnte … in diesem Fall kann man den Versand eines Pakets von Nepal nach Deutschland auch tatsächlich als kleines Schauspiel sehen was man nicht überall hat und kann es in vollen Zügen genießen 😉

VG aus (aktuell) Guatemala
Tino

Daniel
Antworten

Vielen Dank für die (hoffentlich) hilfreichen Tipps! Wir versuchen es morgen mal 😉

Tino
Antworten

Hallo Daniel, auch wenn es nun schon einige Zeit her ist – hatte es denn bei Euch damals geklappt? Kam Euer Paket auch an?

Marsela & Daniel
Antworten

So trifft man sich wieder Ich fand die Geschichte sehr amüsant, denn wir haben ja auch aus Kathmandu ein Paket verschickt, aber auf die Post sind wir nicht gekommen – frag mich nicht warum. Gut, dass du es für uns getestet hast. Wer weiss, ob wir nicht demnächst wieder da landen.

Ich hoffe du bist gut in DE angekommen und konntest dich wieder akklimatisieren. Wann bist du denn zurück gekommen? Und hat es damals noch mit Tibet geklappt?

Liebe Grüße
Marsela & Daniel

Tino
Antworten

Hallo Ihr zwei, wie habt Ihr es denn geschafft ein Paket aus Nepal zu verschicken ohne auf die Post zu gehen? Über’s Hotel? War in jedem Fall ein Erlebnis auf der Post und das Gute: das Paket kam auch an !!! 🙂

Leider hat meine Weiterreise nach Tibet dann nicht mehr geklappt – danke an dieser Stelle aber noch mal für Eure Hilfe damals. Es war Nebensaison und ich habe auf verschiedenen Kanälen gesucht und angefragt, aber es gab nur die Option einer privaten Tour. Und dafür wollten sie zwischen 2.000 und 3.000 USD für 7 Tage wobei man davon 5 Tage mit einem unbekannten Reiseführer im Auto verbringt und dann 2 Tage in Tibet unter Aufsicht sich umschauen darf. Darauf hatte ich keine Lust und bin (mal wieder) auf eine Plan B ausgewichen und habe neue Freundschaften in Singapur gepflegt und mich dann länger in Hong Kong aufgehalten. War auch toll und Tibet steht die kommenden Jahre noch mal an – dann aber wie Ihr von China aus.

LG
Tino

Christin
Antworten

Hallo Tino,
bin gerade in Nepal und möchte auch ein Paket nach Deutschland versenden.
Nur woher bekomme ich ein Paket?
Bisher liegt noch alles in einem kleineren Rucksack.
Ist Luftpost zu empfehlen, wenn alles heil ankommen soll?

Vielen Dank und liebe Grüsse
Christin

Tino
Antworten

Hallo Christian,

ich hatte damals in einen der unzähligen Läden in Kathmandu nach einem Karton gefragt und problemlos einen bekommen. Ansonsten gibt es direkt vor der Post einen Stand bei dem man Verpackungsmaterial kaufen und seine Sachen auch einpacken lassen kann. Pack es nur nicht zu gut ein – Du musst auf der Post wieder alles auspacken. Es wird kontrolliert und Du musst die Dinge im Paket auf einen Versandschein (gilt wohl auch als Versicherung) schreiben und danach kannst (musst?) Du ihn wieder verpacken lassen. Da wird dann auch ein Stoffbezug außen herum gemacht, vernäht und es kommt ein Siegel drauf.
Ehrlich gesagt kann ich mich nicht mehr erinnern wie ich es versendet hatte (Luft oder Land). Glaube aber per Luftfracht. Hat aber in jedem Fall sehr gut geklappt!

Würde mich freuen, wenn Du von Deiner Erfahrung hier dann kurz berichtest.

Viel Erfolg und liebe Grüße nach Nepal
Tino

Tino
Antworten

… sorry, meinte natürlich „Hallo Christin“ 😉 Hat es denn geklappt mit dem Versand bei Dir?

Sarah Herr
Antworten

Hallo,

Dein Text hat mir schonmal sehr weitergeholfen 🙂 Ich geh im Januar für 6 Wochen nach Nepal und danach direkt weiter für 3 Monate nach Südostasien. Da ich dann meine Pullis, langen Hosen und so nicht mehr brauche wollte ich auch ein Paket nach Hause schicken. Kannst du mir vielleicht sagen ob dein Paket versichert war ? Oder geht das nur bei DHL, FedEx etc ?
Liebe Grüße 🙂

Tino
Antworten

Hallo Sarah, entschuldige die späte Antwort. Versichert war das Paket auf jeden Fall (zumindest war das die Begründung, warum man alles auspacken und den Wert angeben musste). Wie immer bei Versicherungen ist dann aber die Frage, ob sie denn im Versicherungsfall auch wirklich zahlen. Ich habe auch noch mal in meinen Unterlagen gewühlt und so genau sind die Informationen nicht, die man bekommt. Allerdings gab es zumindest damals auch keine Alternativen bzgl. Versand – es gab genau diese eine 😉 Auf der tollen Stoffhülle (habe sie aufgehoben) klebt aber ein Aufkleber mit der Aufschrift „DHL International“. Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen und wünsche Dir ganz viel Spaß. LG Tino

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