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Schon fast Alltag

Tja was soll ich heute so schreiben – eigentlich ist viel und dann wieder nichts passiert. Wie jeden Tag waren wir heute im Heim; zunächst in Gathiga und danach in Kihara und sind abends heim, haben gegessen und uns unterhalten.

Einen Teil vom Weg nach Gathiga habe ich heute mal gefilmt – es ist eigentlich nicht viel auf dem Video zu sehen, aber man bekommt einen kleinen Einblick in meinen täglichen Weg. Leider ist das Video aber für ein Upload zu groß. In Gathiga waren heute welche von der Kirche da und haben mit den Kindern einige Spiele gemacht und natürlich gepredigt. Außerdem haben sie noch einige Spenden vorbei gebracht. Auf dem Foto sind eigentlich die meisten Kinder aus Gathiga zu sehen – wie jeden Tag waren aber gerade von den älteren nicht alle da und auch von den jüngeren fehlten ein paar. Zum Abschluss des Besuches haben sie noch in verschiedenen Gruppen Tanzeinlagen gezeigt … die waren wirklich gut und als Europäer kommt man sich dann gleich wieder unbeweglich und rhytmusfrei vor 😉 Im Anschluss habe ich dann mit einigen Jungs deren Schränke gestrichen. Glücklicherweise konnten wir uns mit Englisch weitestgehend verständigen. Es waren nämlich Lackfarben und wenn 10 Jungs gleichzeitig streichen wollen und ständig jemand herum läuft, dann ist das schon ein kleines Chaos und die Farbe dann wieder ab zu bekommen, ist nicht so einfach. Hat aber letztendlich alles geklappt. Wir sind aber leider noch nicht fertig geworden und müssen es am Montag fertigstellen.

Am Nachmittag sind wir dann noch in das andere Heim in Kihara gefahren (mit den vorwiegend HIV infizierten Kindern). Hier musste ich wieder mit allen um die Wette rennen – hätte ich das doch nur nie angefangen. Das kann bei 50 Kindern auf einer engen Straße unter der kenianischen Sonne sehr anstrengend sein. Wir sind aber auch nicht so lange geblieben und nach ca. 1h wieder gefahren. Die Kinder hier tun mir im Vergleich zu den anderen ja noch mehr leid – sie haben nicht mal einen Ball zum spielen dort. Ich frage mich echt, womit die sich den ganzen Tag beschäftigen können … aber erstaunlicherweise schaffen sie das und das sogar sehr gut. Nun kann ich auch nachvollziehen, dass man eigentlich auch schon mit der bloßen Anwesenheit helfen kann … einfach Abwechslung rein zu bringen. Nachdem die Mädchen heute 2 Puppen bekommen haben (was für ein Geschrei) habe ich den Jungs auch einen Fußball versprochen.

Dann haben wir noch über Ausflüge gesprochen, die ich mit den Kids dann nächste Woche machen will. Da es zu viele sind, haben wir sie dem Alter nach in 3 Gruppen eingeteilt und die mittlere und ältere Gruppe konnten selbst entscheiden. Was für ein durcheinander bei der Abstimmung und ich habe natürlich kein Wort verstanden. Ehrlich gesagt weiß ich das Ergebnis noch immer nicht genau und muss es mir morgen noch mal erklären lassen. Wegen den Ausflügen habe ich nun auch meinen eigentlich geplanten Ausflug in den Amboseli National Park abgeblasen. Zum einen gehen dafür mindestens zwei Tage drauf und dann kosten diese zwei Tage auch ca. 500,- € … das bekomme ich dann doch nicht hin auszugeben, während andere nicht mal einen Ball zum spielen haben. Mein Ausflug nach Mombasa steht allerdings noch.

Daheim angekommen, hat mich nun auch meine Stimme verlassen, was sehr zur Belustigung aller hier beigetragen hat. So schlimm hatte ich das ja echt noch nie (@Marion: nun kann ich Dein „Leiden“ nachvollziehen). Ich hoffe, dass die Stimme morgen wieder da und die Halsschmerzen weg sind. Wenn nicht, muss ich wohl doch mal Medikamente von hier nehmen. Ich habe nämlich in meiner Reiseapotheke sehr viel, nur aber leider nichts gegen Halsschmerzen.

Da morgen Sonntag ist und hier die meisten in die Kirche gehen (so auch die Kids) wird nicht viel passieren. Zum allgemeinen „entsetzen“ habe ich den Gang in die Kirche morgen abgelehnt und werde also morgen dann auch nicht in die Heime fahren. Die Kirche geht wohl bis zum Nachmittag und danach kann man auch nicht mehr so viel machen. Das heißt wir schlafen morgen erstmal aus und dann werden wir sehen, ob und was man noch so unternehmen kann.

Kommentare

Marion
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Hallo Tino,

dein Tagesericht berührt mich doch schon sehr emotional, auch wenn man weit davon entfernt ist. Man sieht die eigenen „Probleme“ mit ganz anderen Augen und weiß gleich, wie gut es uns doch eigentlich geht. Deine Anwesenheit hilft den Kindern im Augenblick und gibt ihnen glückliche Momente,aber das Grundproblem wird damit nicht gelöst.
Das Gefühl etwas Gutes getan zu haben und sich auf ein bescheidenes Leben zu besinnen hilft einem über vieles hinweg. Ich finde das was du hier tust sehr ehrbar. Es gibt nicht viele, die ihren Urlaub so verbringrn würden. Ich weiß nicht, was ich alles tun könnte und würde.
Genieße während deines Einsatzes trotzdem die neuen Eindrücke und versuche dich zu erholen und nicht mit allem möglichen anzustecken. Das Problem mit der Stimme ist mir wie du schreibst nicht so fremd. Da hilft nurMund halten, was bei dir aber im Augenblick wohl nicht so richtig klappt.

Marion

Tino
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Hi mum,

Mund halten ist wirklich blöd – man kann ja nicht den ganzen Tag schweigen. Heute ist ja glücklicherweise ein „kinderfreier“ Tag für mich. Kennst Du noch Hausmittel, die unterstützend helfen können? Meine Stimme ist zwar schon wieder besser, aber sie ist noch nicht wirklich stabil wieder da.
Ich glaube auch nicht, dass ich mich mit etwas angesteckt habe, da es ja keiner der Kinder hatte. Ist evtl. halt wirklich eine Erkältung oder sowas. Anne (die andere aus Deutschland) hat sich auch bei Ihrem Flug erkältet und kämpft mit bzw. gegen verstopfter Nase und Halsschmerzen.
Mal sehn, was wir heute so noch machen werden. Im Moment versuche ich mal heraus zu finden, was wir denn eigentlich für Ausflüge nächste Woche machen werden und irgendwie meinen Zug am Freitag von Nairobi nach Mombasa zu buchen. Ist gar nicht so einfach …

Gruß
Tino

Marcel
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Hi Tino,

freue mich immer über Deine Berichte auch wenn die Schilderungen teilweise wirklich betroffen machen. Macht es denn Sinn etwas zu spenden, bisher bin ich immer skeptisch, da ich nicht weiß ob das Geld auch wirklich ankönnen würde.

Kann ich Dir evtl. etwas überweisen und damit den Einkauf von Spielsachen oder so etwas unterstützen?

Bei den Halsschmerzen kannst Du mal Tee aus Salbei oder Honig und Zitrone testen. Den Zwiebeltee von Thomy unf Marion wirst Du wahrscheinlich nicht unbedingt testen wollen? Gurgeln mit Salzwasser soll auch helfen.

Gute Besserung und viele Grüße, Marcel

Tino
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Hi Marcel,

ja, spenden kann man auch und ich kann auch sagen, dass es in diesem Fall schon direkt dort ankommt. Die Familie hier lebt eigentlich fast nur für die Heime. Sicher kann man sich nie 100%ig sein, aber hier sicher mehr als bei den großen Organisationen. Wir gestalten gerade einen Newsletter für das bevorstehende Jubiläum. Jetzt zu Weihnachten startet das Heim in das 15. Jahr und sie wollen mit den Kindern aus beiden Heimen, einem weiteren befreundeten Heim und Freunden/Helfern ein Fest veranstalten. Veranschlagt haben sie für die ca. 380 Personen (davon ca. 300 Kinder) knapp 1300,- € für Essen, Trinken und Transport.
Sicher kannst Du mir auch das Geld überweisen, aber besser wäre eine Überweisung an die deutsche Hilfsorganisation, da Du dann auch eine Spendenbescheinigung für die Steuer bekommst … Spenden sind auf jeden Fall gerne gesehen und werden dringend benötigt. Kannst Dich ja auch unter http://www.childrens-hope-home.org/ informieren. Kannst mir ja sagen (SMS?), ob, wann und wieviel Du überwiesen hast – dann kann ich es ja auch zweckgebunden (z.B. neue Matratzen, Spielzeug, etc.) verwenden lassen.

Gruß
Tino

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