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Tag 3: Kemptner Hütte – Oberstdorf – Mannheim

Unser Wanderwochenende bei Oberstdorf ist nun schon einige Tage her – dennoch möchte ich paar Worte zum dritten und letzten Tag hier schreiben.

Zumindest für mich war diese Nacht gefühlt recht lang … denn ich konnte durchschlafen *juhu*. Angeblich (ich bestreite es ja immer wieder) habe ich in der Nacht aber dafür im Matratzenlager mehrere Personen mit meinem Schnarchen wach gehalten. Wie gesagt, eigentlich schnarche ich ja gar nicht und warum bitte schön schreibe ich extra die Oropax auf die Packliste und dann werden sie daheim gelassen? Also nicht beschweren 😉

Die Nacht endete wie die Nacht davor: das Licht wurde zu unmenschlich früher Zeit zentral angeschaltet und nach und nach kam Leben ins Lager. Hatten sich anfangs noch alle bemüht möglichst leise zu sein, haben das die Meisten dann schon nach 10min wieder vergessen und sich in normaler Lautstärke unterhalten und Sachen gepackt. Aber wenn wir ehrlich sind haben wir uns auch nicht anders verhalten – schon gar nicht als wir mal wieder als die Letzten im Matratzenlager unser Bett versucht haben zu richten und nur mit nach einigen Unterhaltungen eingeschlafen sind. Morgens zählten wir auch an diesem Tag mal wieder zu denjenigen, die es nicht so eilig hatten … der frühe Vogel konnte uns auch heute wieder mal 😉

Oberstdorf 2012: Rückblick zur Kemptner Hütte
Ein letzter Blick zurück in Richtung Kemptner Hütte - der Himmel war leider nicht so schön blau wie beim Aufstieg

Das Wasser im Bad war natürlich mal wieder eiskalt und sie hätten durchaus ein Sensodyne-Schild gegen Kälteempfindlichkeit sehr werbewirksam hier aufhängen können. Auch die Morgenwäsche beschränkte sich auf das Notwendigste … einige Mutige duschten, aber warum? Ich war am Vorabend wagemutig unter die Dusche gestiegen so sehr geschwitzt habe ich in der Nacht auch nicht, dass ich früh morgens meinen Körper wieder schockfrieren musste. Nach dem Waschen schnell den ersten Teil in den Rucksack gepackt und dann ab zum Frühstück. Hier schaute ich zum ersten Mal aus dem Fenster: Sch…, schon wieder REGEN 🙁 … Wirklich gut hat man es mit uns an diesem WE mit dem Wetter nicht gemeint. Aber was soll’s – heute war nur noch der Abstieg und in 2h sollten wir von der Kemptner Hütte in Spielmannsau und von dort in 45min an unserem Parkplatz mit dem Auto sein. Also hoch ins Lager und Rücksäcke packen. Hier zahlte sich nun mal wieder unsere Trödelei aus: wir haten das Lager für uns und somit mehr als nur 1qm pro Person Platz unsere Rücksäcke zu packen und die richtige Kleidung für den Tag zu wählen.

Unten im Trockenaum trafen wir dann auf einen Großteil der anderen Wandergäste – fast alle wollten absteigen. Die Kleidung war bei vielen (ich hatte Glück) noch feucht vom Vortag – bei einigen sogar die Schuhe. Das ist natürlich unangenehm – aber wer hat schon ein zweites Paar Wanderschuhe mit auf dem Berg ?!? Die Wandergruppen starteten nach und nach – wir hatten mal wieder alle Zeit der Welt. Den Weg kannten wir ja nun schon und mit ca. 2h für den Abstieg mussten wir absolut nicht hetzen. Das Wetter konnte ja eigentlich auch nur noch besser und nicht mehr schlechter werden. Vor uns eine kleine Gruppe von 3 Personen, dann wir 6 und hinter uns eine weitere Gruppe mit ca. 8 Personen haben den Weg Richtung Oberstdorf angetreten.

Oberstdorf 2012: Abstieg über Altschnee
Auch beim Abstieg sind wir durch und über das ein oder andere Altschnee-Feld

Zu unserem Erstaunen hat sich der Weg doch etwas verändert. Durch den vielen Regen kam aus allen Ecken Wasser und der Schnee in der Schlucht ist an vielen Stellen weggeschmolzen. Da es glücklicherweise auch irgendwann aufhörte zu regnen, war es ein reiner Genuss. Klar sind Abstiege besonders für die Knie anstrengend – aber wir hatten unseren Spaß und sind auch mit einem recht flotten Tempo hinunter ins Tal gestiegen.

Natürlich machten wir auch die ein oder andere Pause 😉 Unentschlossen waren wir mal wieder alle etwas mit der Wahl der Kleidung. Nur im T-Shirt war gerade auf den reinen Abstiegspassagen oder wenn die Sonne im Hintergrund verschwand viel zu kalt – hingegen war es mit Regenjacke bei den Passagen mit kleinem Anstieg viel zu warm. Hinzu kam, dass es meist nicht regnete, aber zwischendurch es leider gerade anfangs immer wieder etwas nass von oben wurde. Ich habe dementsprechend mehrfach Jacke an – Jacke aus – Jacke an – Jacke aus usw. hinter mir. Das konnte ich zum Schluss auch ohne anzuhalten und mit Rucksack auf dem Rücken.

Je weiter wir uns Richtung Tal bewegten, umso wärmer und sonniger wurde es. Unten im Tal wurden die Wanderer zunächst von Kühen begrüßt – diese hatten sich zumindest bei unserem Abstieg auf oder am Weg aufgehalten. Wenn jemand schon mal in den Genuß kam einen Kuhschwanz berührt zu haben oder von diesem berührt worden zu sein, der kann mit mir mitfühlen … mir ist es passiert. Eine an uns vorbeilaufende Kuh wedelte mit Ihrem Schwanz und berührte meine Hand … ein Gestank, der nicht mehr von der Hand geht und einem unweigerlich in die Nase steigt und somit Tränen in die Augen treibt. Glücklicherweise hatten wir es bis nach Spielmannsau (bzw. einem Hof davor) nicht mehr sehr weit. Hier konnte ich mir die Hand waschen und wir haben die selbstgemachten Speisen (Wurst und Kuchen) genossen. Ein toller Ausklang. Von hier aus war es dann auch nicht mehr so weit.

Oberstdorf 2012: Blick Richtung Spielmannsau / Oberstdorf
Toller Blick vom Abstieg ins Tal Richtung Spielmannsau / Oberstdorf

Wir sind wieder vorbei am Christlessee und haben dann uns noch mal für einen Kuchenstopp am Golfplatz entschieden. Wir waren uns nicht sicher, ob und wie Wanderer hier von der feinen Gesellschaft empfangen werden – aber auf dem Schild stand ausdrücklich, dass auch Wanderer willkommen sind. Also nichts wie hin. Wir haben gerade draußen Platz genommen und unsere Bestellung aufgegeben – da zog hinter uns ein sehr kräftiger Regenschauer auf. Zunächst sah es so aus, als ob es direkt rechts neben uns vorbei zieht (es sah aus, als ob jemand einen Vorhang zu zieht). Aber in windeseile wurde alles zusammen gepackt und ehe wir uns versahen waren wir nicht mehr vorm, sondern mitten im Vereinshaus. Es war zwar gerade auch ein Golftunier und der Platz war gut besucht, aber dennoch wurden wir zu unserem Erstaunen nicht besonders kritisch angesehen – immerhin waren wir ja mit Wanderoutfit & Rucksack nicht gerade sehr angemessen gekleidet. Irgendwann verzog sich der Regen aber wieder und wir sind Richtung Parkplatz.

Die Rückfahrt mit dem Auto dauerte leider länger, als wir alle ursprünglich gehofft hatten. Da ich den Großteil der Strecke geschlafen habe, war die Fahrzeit für mich sicher nur halb so lang wie für die anderen … aber dennoch lang genug. Mein Pläne abends noch zum Sport zu gehen musste ich begraben. Aber ich will mich mal nicht beschweren – Anselm (der fahrende Kollege 😉 ) hat uns alle gut und sicher nach Hause gebracht.

Auch wenn wir nicht viel Glück mit dem Wetter hatten, so war es dennoch ein toller Ausflug – und solche Erlebniss schweißen auch zusammen. Der nächste Ausflug in hoffentlich ähnlicher Besetzung kommt sicher bald … !

 

Fotos und Impressionen vom Ausflug

 

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