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Was für ein Gestank – geothermales Gebiet rund um Rotorua

Rotorua habe ich nun schon seit heute Morgen 08:50 Uhr verlassen und sitze gerade und Turangi auf einer Wiese und genieße die Aussicht auf den Vulkan, im Vordergrund ein Fluss und eine Pferdekoppel. Aber auch wenn ich Rotorua schon verlassen habe, den Gestank nach Chemielabor (insbesondere Schwefel) bekomme ich aber irgendwie trotz mehrmaligen duschen nicht los. Insbesondere meine Badehose, Handtuch und T-Shirt stinken und ich hoffe das geht irgendwann wieder raus. Normales auswaschen mit Wasser hat nicht geholfen und auch mit Waschmittel hat man mir wenig Hoffnung gemacht. Testen konnte ich dies noch nicht, da ich mein gutes „Rei in der Tube“ wohl in Whitianga liegen lassen habe 🙁

Nun aber erst mal von vorn und die Erklärung warum meine Klamotten so stinken. Nachdem ich das Auenland besichtigt hatte, hatte ich den Bus nach Rotorua genommen. Man nennt die Stadt aufgrund diverser Freizeitangebote auch RotoVegas … das machte mir Hoffnung auf 1,5 tolle Tage, vor allem weil meine Ankunft am Freitag war und die Abfahrt am Sonntag – also ein ganzes WE. Was ich noch von diesem Ort wusste, war die Tatsache, dass es hier abartig stinken sollte. Kia Ora – Herzlich willkommen. So stand es überall in Rotorua in der Sprache der Māori geschrieben. Aus dem Bus ausgestiegen war ich positiv überrascht: es stank nicht und ehrlich gesagt hat es fast besser gerochen als in Mannheim, wo sich an einigen Tagen BASF, Schokoladenfabrik und Brauerei gegenseitig übertreffen.
Das Hostel machte einen sehr guten Eindruck. Ich hatte mich für CRANK Hostel entschieden, da hier eine Kletterwand war und ich die Hoffnung auf die ein oder andere Tour hatte … ich kann es aber gleich verraten, die Zeit und Motivation dazu waren letztendlich dann doch nicht da.

Dafür, dass meine Ankunft am Freitag Abend war, war hier alles erstaunlich menschenleer und ruhig. Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt. Aber gut, dann eben auch für mich einen ruhigen Abend und die Zeit für das ein oder andere Gespräch im Hostel, zum Sortieren von Fotos und weiteren Reisevorbereitungen genutzt. Ebenso für den Samstag zwei Ausflüge gebucht. Zum einen zum „Wai-O-Tapu“ am Vormittag und am Nachmittag ins „Hells Gate„.

Samstag Morgen ging es dann mit dem Shuttlebus los. Auch wenn man immer 15min vor der eigentlichen Zeit schon dastehen soll, so kommen sie doch meist 15min nach der vereinbarten Zeit. So auch dieses Mal – aber daran habe ich mich inzwischen gewöhnt 😉 Zunächst ging es zum Lady Knox Geysir. Dieser spuckt mehr oder weniger pünktlich 10:45 Uhr jeden Tag heißes Wasser. Als wir da waren wusste ich auch warum: man hilft hier etwas mit Salz (wenn ich das richtig verstanden habe) nach. Das wird in den Geysir gekippt und dann dauert es 1 bis 10min bis dieser zwischen 2 und 10 Meter hoch das Wasser spuckt. Auch wenn etwas nachgeholfen, so war das doch ein guter Einstieg in den Tag, um dieses geothermale Gebiet zu erkunden. Hier in diesem Gebiet bekommt sieht man stellenweise deutlich, dass Neuseeland auf einer geologischen Bruchlinie liegt und davon wollte ich mir heute einen Eindruck machen.

Nach dem Geysir ging es nun ins Wonderland. Hier war etwas für alle Sinne dabei
sehen: wirklich schöne Farben und wer ich Chemie (im Vergleich zu mir) aufgepasst hat, konnte sicher auch immer sagen was außer Schwefel noch an „Zutaten“ im Spiel sein musste um diese Farben zu erzeugen
riechen es stank wirklich widerlich – glaubte man sich endlich daran gewöhnt zu haben und fand es nicht mehr so schlimm, kam wieder eine Wolke konzentrierten Gestanks vorbei und überzeugte einen vom Gegenteil
fühlen: diese Geruchswolken stiegen vom heißen Boden auf und waren dementsprechend auch warm – das konnte man deutlich auf der Haut spüren. Da es auch noch ein sehr sonniger Tag war, kann ich behaupten, dass es auf meiner Haut doch etwas brannte. Dieses Mal war ich aber mit 50er Sonnencreme ordentlich vorbereitet 😉
schmecken: gut, der Geschmack ist etwas zu kurz gekommen. Ich bildete mir zwar ein, dass selbst mein Wasser nach Schwefel schmeckte …. aber das war vermutlich eher eine Einbildung.

Der Spaß kostete inklusive Transfer 63 NZD und wer so was noch nicht gesehen hat, der sollte es auf jeden Fall mal mit machen. Ob nun hier oder an einer der anderen vielen Stellen in dieser Region, kann ich nicht beurteilen. Für mich ging es dann am Nachmittag auf die zweite Tour. Hier habe ich im Angebot für 60 NZD anstatt 90 NZD einen Ausflug ins „Hells Gate“ (Höllentor) gebucht. Ebenfalls ein Gebiet mit geothermaler Aktivität, welches man in ca. 1h ablaufen kann und im Anschluss Schlammbaden. Das soll gegen alle möglichen Krankheiten helfen und natürlich gut für die Haut sein. Warum also nicht. Wer allerdings bereits vormittags im Wai-O-Tapu war, findet vermutlich ebenso wie ich das dort dann nicht mehr ganz so spannend. Es blubbert eben an allen Ecken aus dem Boden, es ist überall recht heiß und es stinkt teilweise recht abartig. Ich war also nach 40min schon durch und freute mich auf das entspannende Schlammbad. Wie ich bei dem Gestank allerdings entspannen soll, war mir noch ein Rätsel. Aber gut, Klamotten aus – Badehose an – und dann ab in den mir zugewiesenen Pool. Der war mit schätzungsweise 35 Grad gut beheizt und der Schlamm tatsächlich sehr angenehm.

Es sah zwar verdammt albern aus, aber die wenigen Leute die hier waren sahen ebenso dämlich mit Ihren Schlammbeschmierungen aus – warum also nicht auch ich. Aus gesundheitlichen Gründen darf man jedoch nur 20min hier verweilen und somit ein sehr kurzes, aber angenehmes Vergnügen. Danach kann man so lange man möchte in einen der anderen warmen Pools sich ausruhen oder in der Sonne liegen. Das habe ich kurze Zeit auch getan, bevor der Shuttle wieder zurück fuhr. Und somit ist nun auch klar, warum ich, meine Badehose und mein Handtuch so stinken – das Bad im Schlamm war Schuld. Gefühlt kam ich 5 Jahre jünger aus dem Pool raus, der Blick in den Spiegel überzeugte mich aber vom Gegenteil und der bleibende Geruch überzeugten mich heute: noch mal würde ich es nicht machen.

Am Abend war dann auch in Rotorua mal was los. Ein kostenloses Open-Air Konzert am Fluss. Hier habe ich dann auch den Abend verbracht und die durchaus gute Stimmung dort genossen. Das Feuerwerk konnte sich auch sehen lassen.
Danach ging es wieder ins Hostel und ich widmete mich meiner Lieblingsbeschäftigung: Rucksack packen … wie ich das hasse 🙁

 

Nun, heute war wieder mal ein Reise und Entspannungstag gleichzeitig. Morgen hatte ich eine 6-8 stündige Wanderung hier im Tongariro Nationalpark. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, kann ich aber leider wegen derzeitiger Vulkanaktivität nicht den Vulkan von oben besichtigen … schade, aber der Vulkan wird seine Ausbruchspläne wegen mir nun nicht ändern 😉 Dafür wurde ich aber soeben mehr oder weniger für eine andere Tour eingeplant und mit Bob (einem mir bisher unbekannten Amerikaner „verkuppelt“). Der macht eine Zweitagestour, die ich an einem Tag durchlaufen soll … hätte ich mal nicht erwähnt, dass ich in den Alpen schon mehrfach wandern war. Angesetzt ist die Tour mit 10 Stunden morgen … da bin ich ja mal gespannt, ob das ohne Karte und richtige Ausrüstung (Umhängetasche anstatt Rucksack werde ich bei 10 Stunden sicher spüren) machbar ist. Habe auch keine Ahnung, ob wir am Schicksalsberg (aus „Der Herr der Ringe„) vorbei kommen und welchen der drei z.T. noch aktiven Vulkane (Mt. Tongariro, den Mt. Ngauruhoe und den Mt. Ruapehu) wir uns nähern können .. lassen wir uns mal überraschen 😉

Impressionen von Rotorua und Umgebung

 

PS: Großen Dank an dieser Stelle noch mal an Marcel, der netterweise alles mit meinem zunächst nicht erreichbaren und dann gleich mit Anwalt drohenden Garagenvermieter geklärt hat !

 

Reiseberichte von Neuseeland

Kommentare

Tino
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Also beim Schreiben der Zeilen saß ich auf der Wiese – jedoch gab es dort keinen Internetzugang … nun ist es hier natürlich schon später Abend und ich sitze im Hostel 😉

Vanessa
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Nach 5 Tagen Internetabstinenz wegen Kongress in Rostock (ich sehe es ein, ich brauche ein Smartphone) habe ich heute alle Berichte der letzten Woche durchstöbert. Ich finde es ja fast zu viele, Du sollst doch nicht so oft schreiben sondern mehr Spaß haben und entspannen… Die Schwefel-Geschichte kenne ich aus Island, eklig gell. Nur im Schlamm haben wir dort nicht gebadet, schönes Foto von Dir… Vielleicht gewöhnst Du Dich in der langen Zeit ja mal ans Rucksackpacken und lässt auch nichts mehr liegen, wer weiß… Dann bin ich mal gespannt auf Deine Marathon-Wanderung, mit der Du Dich gerade quälst, während ich hier faul am PC sitze. LG und weiterhin eine tolle Zeit!

Tino
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Das Schreiben ist weniger das Problem … die vielen Fotos zu sortieren und ggf. noch zu kommentieren – das dauert. Aber so zwinge ich mich gleich selbst zu etwas Ordnung 😉 Ob ich mich jemals an das ständige Rucksackpacken gewöhnen werde, weiß ich noch nicht – da lass ich mich selbst überraschen.
Wenn Du das mit dem Gestank aus Island kennst, dann kannst Du Dich vielleicht noch daran erinnern, wie man das aus den Klamotten bekommt? Es stand dort ja, aber ich konnte es nicht übersetzen und habe es mir nicht gemerkt 🙁

Vanessa
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Mit den Klamotten hatten wir damals keine Geruchs-Probleme, bin daher in diesem Fall keine Hilfe. In Island war das Schlimme, das auch das warme Wasser aus dem Hahn und der Dusche so gerochen hat, da kam man sich dann nicht wirklich sauber und erfrischt vor…

Tino
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Das Wasser in Hostel war in Rotorua ohne dem Geruch … ich habe aber das Gefühl, dass der Geruch in den Klamotten langsam selbst nachlässt – oder ich gewöhne mich dran 😉

Sandra S.
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Hach, bin durch Zufall auf den Artikel gestoßen. Plane nämlich auch einen Ausflug nach Roto-Vegas 😉 coole Bilder!

Tino
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Danke! … ist auf jeden Fall einen Besuch wert – denn live sieht es noch besser aus und Du kannst auch den Gestank erleben 😉

Sandra S.
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Haha, ja daaaa freu ich mich dann besonders drauf 🙂

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