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What a pretty way (Tag 08)

Dieser Tag war bisher der abwechslungsreichste und für mich auch schönste Tag – es ist zwar nicht alles so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt hatten … aber vielleicht fand ich ihn auch deswegen so schön 😉

Es fing schon mit unserem Frühstück an. Anstatt bisher eine mehr oder weniger reichliche Auswahl bei einem liebevoll zubereiteten Frühstück hatten wir dieses Mal zum Frühstück alles schon auf den Zimmern: kleine Flasche Wasser, jede Menge Pulver für Kaffee, Tee & Co, Cornflakes, Müsli-Riegel, etwas Milch und pro Person 1 Teig-Klumpen (was ein Brötchen sein sollte). Wir entschieden uns dennoch, eine Kleinigkeit zu uns zu nehmen – frühstücken selbst wollten wir dann in Land’s End … das ist nur ca. 30min von Sennen Cove entfernt – wir sollten also gegen 9 Uhr da sein und dann wird es dort sicher auch ein Cafe geben.

Der Weg nach Land’s End war wie eine Wanderautobahn – ein sehr breiter und einfacher

Wanderweg. Die Sonne schien schon jetzt recht kräftig und wir rechneten mit einem warmen Tag. In Land’s End (dem westlichsten Punkt England’s) angekommen war die Enttäuschung recht groß: NICHTS hatte hier offen. Überhaupt war hier weniger, als wir gedacht hatten … ein merkwürdiger Freizeitpark (wie gesagt geschlossen) und sonst nichts weiter. Neben dem nun nicht bekommenen Frühstück ging auch unser Plan der Bargeldbeschaffung mal wieder nicht auf: es gab nämlich auch keinen Automaten hier. Mit den ca. 80 Pfund, die wir noch besaßen, konnten wir heute unmöglich in einem B&B übernachten – diese kosteten bisher immer um die 30 Pfund pro Person und mussten bar bezahlt werden. An zwei Örtchen würden wir aber vor unserem Etappenziel Lamorna noch vorbei kommen – also noch keine Panik.

Der weitere Weg war wirklich traumhaft und im Vergleich zu Nordküste war es auf der westlichen Seite – und später auch südlichen Seite – sehr windstill. Während vor allem Vanessa und ich dem fehlenden Kaffee über Stunden nachtrauerten und uns noch immer über die Enttäuschung Land’s End unterhielten, tauchte in einer kleinen und eher unscheinbaren Bucht ein traumhafter Privatstrand und ein wirklich winziges Cafe auf … manchmal hat man eben Glück. Das kleine Häuschen hatte alles, was wir wollten und schien extra für uns dorthin gebaut worden zu sein 😉

Um die Mittagszeit war es recht bedeckt, aber dank des fehlenden Windes dennoch sehr angenehm und zum Wandern ideal. Die Wege waren verhältnismäßig schmal und ohne die für Vanessa so erfreulichen Steine. In den Buchten waren immer wieder tolle Sandstrände mit teilweise türkisfarbenes Wasser. Je weiter wir liefen und uns der Südküste näherten, umso üppiger wurde die Flora, die Küsten wesentlich flacher und die Wölkchen am Himmel verschwanden fast ganz. Wir fühlten uns nach wenigen Stunden Wanderung plötzlich schon wie in einer ganz anderen Region.

Krönung war ein super Ausblick von einem Platz, den wir zur Suche eines Geocache angesteuert haben. Hier haben wir dann auch einige Minuten verbracht und die Sonne und den tollen Ausblick genossen, bevor wir dann die letzten Kilometer nach Lamorna angesteuert haben und das nächste Abenteuer begann.

Lamorna besteht wirklich nur aus einem kleinen Hafen und einer steil ins Landesinnere gehenden Straße mit ein paar Häusern. Die gesuchten B&B waren hier nicht zu finden – nur ein teures Hotel, was aber nicht zu Diskussion stand (obwohl Vanessa und Marcel diesem scheinbar trotz aller ihrer Prinzipien nicht ganz abgeneigt waren). Auch wenn es schwer war, nach dem gedachten Etappenziel noch weiter zu laufen – wir mussten es tun und haben uns dann entschieden noch ca. 4km weiter nach Mousehole zu laufen. Dies war ein größerer Ort und hier werden wir bestimmt fündig. Da wir nun schon die Straße ins Landesinnere gelaufen sind, haben wir uns entschieden die kaum befahrene Straße anstatt dem Küstenweg zu nehmen. In Mousehole angekommen die nächste Enttäuschung: alles ausgebucht und verdammt teuer. Die eine Unterkunft war schon 2 Monate im Voraus ausgebucht. Wo um alles in der Welt sind wir hier hin geraten? Nun gut, es kam Plan C ins Spiel. Ab mit dem Bus (ja richtig – wir haben den Bus genommen und sind nicht gelaufen *schäm*) nach Penzance. Das ist der größte Ort und hier gab es Backpacker, Jugendherbergen und jede Menge B&B. Da es schon recht spät war, haben wir bei einer von Vanessa zuvor rausgesuchten Jugendherberge angerufen und gebucht. Wir hatten Glück und ein 6 Bett-Zimmer (wohl das einzig freie und auch nur, weil zuvor welche abgesagt hatten) bekommen.

Den Abend haben wir nicht mit den zwei hier anwesenden Schulklassen (pubertierende Mädchen können anstrengend und laut sein) verbracht, sondern in einem Pub in der Nähe. Das war leider bisher das schlechteste Essen, was wir hatten … aber sowas muss auch mal sein.

Auf dem Weg sind wir nicht an sehr viel vorbei gekommen – aber der einzigen Touristenfalle auf dem Weg sind wir verfallen. In Minack ist ein Theater direkt am Meer in der Bucht (Minack Theatre). Hier sind auch noch immer Veranstaltungen, was sicher abends sehr schön ist. Tagsüber kann man bezahlte Führungen machen. Wir entschieden uns aus Zeitgründen dies nicht zu tun. Da wir dennoch einen Blick auf das Gelände werfen wollten, entschieden wir uns 50 Pence für einen Ausblick von einer Terrasse zu zahlen … was für ein Reinfall. Man hat eigentlich kaum etwas gesehen und dafür auch noch Geld bezahlt. Nun ja, ganz ohne diese Touristenfallen kommt man scheinbar auch auf so einer Wanderung nicht durch ….

 

Fotos vom heutigen Tag

 

 

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